Hallo zusammen,

es gibt ja eine große Vielzahl von Fernsehshows, die Titel tragen wie „die 30 erstaunlichsten Berliner Straßen“, „die 20 tollsten Tänze“ oder „die 10 spektakulärsten Promi-OPs“. Das lesenswerte Statistiken-Buch „Deutschland verstehen“ von Ralf Grauel und Jan Schwochow zählt für den Zeitraum von 2003 bis 2012 allein 251 dieser Shows auf. Bis heute sind die 500 garantiert voll. Diese Sendungen haben einen einzigen Vorteil. Sie sind lang. D.h., die Leute, die sich sowas angucken, sind damit auch lange von der Straße weg und man trifft sie während der Sendung nirgendwo, wo sie einem ansonsten davon erzählen würden, wie spektakulär sich Hans Meiser 1998 den Rücken hat einrenken lassen. Offenbar gibt es viele Menschen, die Listen lieben. Dagegen spricht ja auch nichts. Die Frage ist nur, warum es immer Listen in geraden Zehnerschritten sein müssen. Selten sieht man „die 17 schönsten Momente der Fernsehserie Hinter Gittern“ oder „die 22 schönsten Flüsse Hessens“. Da stellt sich die Frage, ob nicht manchmal vielleicht auch ein paar überaus unschöne Flüsse Hessens einfach mit dazugenommen werden, um die 30 vollzumachen. Oder ob nicht auch noch eine elfte Promi-OP ziemlich spektakulär gewesen wäre, aber nicht aufgeführt wurde. Sollen wir das Knie der Kanzlerin noch mit reinnehmen?!? Nein. Wir haben die 10 schon voll! Das geht doch nicht. Darum hier mal als Plädoyer fürs Ungerade und um auch mal dem allgemeinen Listen-Bedürfnis nachzukommen – die 3 typischsten deutschen Sätze, die ich kenne:

1.) Sollen wir nicht bei Regen einfach in der Mensa weiterstreiken?

2.) Kann hier vielleicht endlich mal jemand bitte eine zweite Kasse aufmachen?

3.) Wir haben eine Haftpflichtversicherung!

(die Liste kann man natürlich noch erweitern, Vorschläge werden entgegengenommen – in der Hoffnung, dass es letzten Endes knappe 19 werden…)

Bis dahin schöne Osterferien und einen angenehmen April!

(alle Termine des Monats gibt´s wie immer – jawoll! – unter Termine. Hier nur mal eine Auswahl: 4.4. im Hofgarten in Aschafenburg, am 7.4. startet unsere Lesebühne im ZAKK in Düsseldorf wieder, am 18.4. in Lutterbek oder am 26.4 in der WDR Radiosendung Au Banan mit Wendelin Haverkamp aus Aachen)