Matthias Reuter
Kabarett mit Klavier


Hallo zusammen!

09.10.2014

Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich mit dem Journalisten Georg Howahl von der WAZ eine Fahrradtour am Rhein-Herne-Kanal unternommen. Muss man mal gemacht haben... Dabei sind ein Artikel und ein Video entstanden. Thema: Hühner, Oberhausen, Reuter.

Beides kann man hier nochmal anschauen:

Link zum Artikel/Video

Bis die Tage!

25.09.2014

Hallo zusammen,

haben Sie schon eine Lederhose? Nein? Machen Sie sich keine Sorgen. Es wird kein Problem sein, eine zu bekommen. Denn es ist wieder Oktoberfest-Zeit! Auf der fieberhaften Suche nach neuen Auftrittsmöglichkeiten für Jürgen Drews ist ja vor ein paar Jahren ein Marketing-Genie auf die Idee gekommen, dass nicht nur München ein Oktoberfest haben sollte, sondern alle Städte. Von Thüringen bis NRW. Darum gibt es jetzt auch das Bottroper und das Oberhausener Oktoberfest. Franz Josef Strauß wäre die Weißwurst aus dem Gesicht gefallen. Eines der ersten Oktoberfeste findet in diesem Jahr übrigens in einem der bayerischsten Orte der Welt statt: in Xanten. Wo sonst? Das ist die Oktoberfest-Welle. Vorher gab es in allen Städten schon die Krimidinner-Welle. Hoffnungsvoll erwarten wir jetzt die Kombination aus beidem: Krimi-Oktoberfeste. Wer findet die vergiftete Schweinshaxn? Ich freu mich drauf! Andererseits muss man das vielleicht auch mal positiv sehen: zur Zeit von Franz Josef Strauß wurde ja gelegentlich auch darüber nachgedacht, die CSU deutschlandweit antreten zu lassen. Dann haben sie halt stattdessen das Oktoberfest exportiert. Und das ist ja nun wirklich das kleinere Übel von beidem...

Bis die Tage!

08.09.2014

Hallo zusammen,

gestern durfte ich bei den Brettlspitzen dabei sein. Die Aufzeichnung aus dem Theater am Dom kann man am nächsten Samstag hören. Und zwar auf WDR5 und um 15.05 Uhr - zugegebenermaßen zur Bundesliga-Zeit, aber man kann sich das Ganze ja auch ma mit dem Radiorecorder aufnehmen...

Hier alle Infos zur Sendung: www.wdr5.de/brettlspitzen

Bis die Tage!

 

01.09.2014

Hallo zusammen,

am kommenden Wochenende trete ich zum ersten Mal bei einem Tierheim-Sommerfest auf.

Ich erwarte einige neue Erfahrungen, denn das Original-Programm des Nachmittags in Geldern beinhaltet unter anderem folgendes:

Matthias Reuter

Benno Ibold´s Rieseninsekten

Polizeimotorrad live erleben

Schabenrennen

Doggy Beachparty

Imkerei Spolders

Tombola

Wie die Startpositionen im Schabenrennen ausgelost werden, weiß ich noch nicht. Ich mache mir aber einige Hoffnungen auf die Pole Position (vorausgesetzt, das Polizeimotorrad wird nicht auch zugelassen...)

Vielleicht sieht man sich ja da. Ich bin der mit dem Klavier neben den Rieseninsekten.

Bis die Tage!

22.08.2014

Hallo zusammen,

Ausspruch eines Mülheimer Rentners: "Da verscherbeln die den Karstadt jetz für einen symbolischen Euro. Und ich geh die Tage noch hin und kauf mir für 50 richtige Euro ne Jacke da. Hätte ich ma direkt den ganzen Laden genommen, dann hätt ich jetz noch wat über..."

Andererseits hat der Mann mit den 50 richtigen Euro für die Jacke dem Karstadtkonzern jetzt schon mehr Gutes getan als alle bisherigen Besitzer zusammen. So kann man das ja auch mal sehen...

Interessant ist dabei aber die komplett neue Unterscheidung zwischen symbolischem und richtigem Geld. Symbolisches Geld scheint ausschließlich etwas für sehr reiche Leute zu sein. Die anderen suchen vor dem Karstadt in Mülheimer Mülleimern nach leeren Flaschen. Für die bekommt man nämlich richtiges Geld. Und das ist glaub ich tatsächlich jetzt mal symbolisch...

Bis die Tage!

21.08.2014

Hallo zusammen,

doofe Frage des Monats: wenn man das, was in Bayern Resozialisierungsmodell heißt, woanders bei Matchbox kaufen kann, wäre es dann nicht klüger gewesen, Bernie Ecclestone doch ein paar Jahre einzusperren? Der ist doch vom Fach. Der hätte die Autos im Schlaf zusammengesetzt. Oder anders gefragt: muss Uli Hoeneß jetzt Kicker-Figuren bemalen? Mit gelb-schwarzen Trikots?

Bis die Tage!

16.08.2014

Hallo zusammen,

hier mal zwei Sommer-Tipps für Rundfunkgebührenzahler:

zum einen war ich letzte Woche zu Gast bei der WDR2-Zugabe - die Sendung kann man sich auf der Internetseite der Zugabe nochmal anhören, und zwar hier: WDR2-Zugabe-Gäste-Archiv

Zum anderen durfte ich bei "Pufpaffs Happy Hour" dabei sein. Die Show wird am Sonntag, 17.8. um 20.15 Uhr im Abendprogramm von 3Sat ausgestrahlt.

Den Tatort aus Kiel kann man ja dann mal aufnehmen...

Viel Spaß und bis die Tage!

18.07.2014

Back to the roots

Zunächst einmal wurde das Handy der Bundeskanzlerin vom US-Geheimdienst NSA abgehört. Man stellte ihr ein neues Handy zu Verfügung, aber auch das wurde abgehört. Man kaufte der Kanzlerin ein Festnetztelefon. Das Festnetztelefon wurde abgehört.

Man band zwei Joghurtbecher mit einer langen Schnur zusammen und legte diese Schnur durch das Kanzleramt. Am nächsten Tag fand man in einem Putzmittelschrank einen dritten Joghurtbecher, der mit einer eigenen Schnur seitlich an die erste Schnur angebunden war. Dieser Joghurtbecher stammte aus den USA.

Der NSA-Untersuchungssausschuss nahm sofort die Arbeit auf.

Zunächst schrieben die Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses sich Mails. Diese Mails wurden abgefangen. Dann kaufte man sich Schreibmaschinen und schrieb Briefe. Die Briefe wurden kopiert. Man verteilte Papyrus und Gänsekiele mit Schreibfedern an die Abgeordneten. Die Papyrusrollen wurden gestohlen.

So begannen die Mitglieder des Untersuchungsausschusses, sich die Ergebnisse ihrer Arbeit gegenseitig zuzuflüstern:

 "Der Ausschuss-Vorsitzende teilt die Auffassung, dass in näher rückender Zukunft eine Befragung von Edward Snowden unumgänglich wäre."

 "Der Auschlussvorsitz neigt zur der Auslassung, dass in ferner glücklicher Zukunft eine Tagung zu Edward Snowden sicher umgänglich wäre."

"Der Aufschnittsvorsitzende verneint die Herablassung, dass die spätere Übereinkunft seiner Tagung mit Edwards Nonnen sehr empfänglich wäre."

"Klaus, der Vorsitzende meint, es wär klasse, dass die weitere Unzucht in Bad Soden stattfinden würde."

Und an diesem Punkt kam der amerikanische Geheimdienst zu der Überzeugung, dass eine weitere Überwachung der Deutschen nun langfristig wirklich nicht mehr vonnöten sei.

14.07.2014

Hallo zusammen,

heute passend zum WM-Gewinn mal was zum Thema "Hupen":

http://www.youtube.com/watch?v=8Hu7eeSG6tY

Viel Spaß!

30.06.2014

Hallo zusammen,

in WM-Zeiten hier auch mal von mir zwei Videos zum Thema Fußball:

eine Autokorso-Geschichte

http://www.youtube.com/watch?v=hCgMBqdjmBA

und eine Fußballfan-Liebesballade:

http://www.youtube.com/watch?v=ByFn2_IA42c

Viel Spaß und bis die Tage!

06.06.2014

Hallo zusammen,

am 17.6. mache ich bei der 3Sat-Sendung "Pufpaffs Happy Hour" mit. Sebastian Pufpaff (Prix Pantheon-Gewinner und Bonner Geschwindigkeitssprecher) lädt Kabarettisten, Musiker, Comedians und Poetry Slammer ins Kesselhaus der Kulturbrauerei in Berlin ein und macht sich und den Leuten da ´nen lustigen Abend - Happy Hour halt. Ob das auch für die Getränkepreise gilt, kann ich nicht sagen, weiß aber, dass man Zuschauer-Gästekarten für die Show bekommen kann. Hier kann man sich für die Gästeliste anmelden: comedy@studio-tv-film.de

Bis die Tage!

02.06.2014

Hallo zusammen,

am Wochenende konnte man einen schönen Satz in der Zeitung lesen. Im Prozess des Fleischerei- und Fußballindustriellen Clemens Tönnies gegen seinen eigenen Neffen machte der Notar der Firma unter anderem folgende Aussage:

"Ich vertrete die Gruppe seit dem ersten Schwein."

Und er bleibt bis zur letzten Sau dabei.

Bis die Tage!

14.05.2014

Hallo zusammen,

vor ein paar Tagen ist ja der Vorschlag der Energiekonzerne EON, RWE und EnBW öffentlich bekannt geworden, dass sie ihre noch vorhandenen Atomkraftwerke in eine öffentliche Stiftung einbringen wollen, so dass der Staat sich dann um deren Verschrottung kümmern muss. Ein verlockendes Angebot.

Als Gegenleistung wollen die Konzerne dann das, was sie bisher für die Verschrottung schon zur Seite gelegt haben, mit in den entsprechenden Fond einbringen. Das is jetzt aber nicht sooo viel.

Aber das ist ja auch noch nicht alles!

Zusätzlich wollen EON, RWE und EnBW auch großzügig darauf verzichten, wegen der Einnahmeverluste durch den Atomausstieg zu klagen. Diese Klage könnte nämlich geschätzte 15 Milliarden Euro aus Steuergeldern kosten.

Das klingt jetzt erstmal wie Erpressung. Is auch kein Wunder, weil: das is nämlich Erpressung.

Das ist ungefähr so, als würden sie ihrem Nachbarn sagen, sie schenken ihm ihr total abgewracktes, altes, kaputtes Schrottauto von 1980, das schon seit Jahren für die komplette Siedlung eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben darstellt und das beim nächsten Mal sowieso nicht mehr über den TÜV kommt. Und wenn der sie dann fragt, was denn die Gegenleistung sei, dann sagen sie ihm, dafür fahren sie ihn mit dem Auto nicht platt. Wie gesagt: verlockend.

Trotzdem kann es sogar sein, dass letztlich gar nichts anderes übrig bleibt, als das so zu machen. Denn es besteht die realistische Gefahr, dass einer der Energiekonzerne Pleite geht. Die machen nämlich seit geraumer Zeit unheimlich Verluste. Weil sie mit der Konkurrenz durch die Ökostromanlagen nicht mehr klar kommen. Und das hat die selbst überrascht. Gerade bei EON hatte keiner damit gerechnet. Die EON-Lobbyisten hatten ja jahrelang überall erzählt:

„Es gibt nichts teureres auf der Welt als Sonne und Wind.“

Und das ist ja so´ne Aussage – da muss man als Lobbyist auch schon ein bisschen Profi sein, damit einem die Leute das glauben. Aber bei EON, da arbeiten ja richtige ausgebuffte Lobbyprofis. Und die haben dann immer direkt noch ne zweite Aussage mit drangehängt. Und zwar die hier: „Wenn man in Deutschland günstig Strom anbieten will, dann muss man in Gas- und Kohlekraftwerke investieren. Und zwar in Brasilien!“ Und das haben die dann auch tatsächlich gemacht. 1,3 Milliarden Euro. Und jetzt haben sie Schulden. Das kommt davon, wenn man den eigenen Lobbyheinis zuhört.

Aber gut – vom irgendwem muss sich so´n Konzern ja beraten lassen. Sonst müsste der Vorstand ja alleine denken. Und das geht nicht.

Und darum hätte ich jetzt für Eon, EnBW und RWE einen geeigneten Ansprechpartner.

Es gibt ja einen, der schon vor zehn Jahren Bescheid gewusst hat und der schon weit vor Fukushima auf Ökostrom gesetzt hat. Einen, der selbst zum Millionär geworden ist, während Eon Millionen um Millionen in den brasilianischen Sand gesetzt hat. Einer, der Wladimir Putin und seinen Gasvorkommen den sonnengebräunten Stinkefinger zeigen kann und der sich von morgens bis abends mit seinen Kontoauszügen in der Hand kaputtlacht. Und das ist:

Daniel Küblböck.

Genau – dieser bekloppte Typ von Deutschland-sucht-den-Superstar. Conchita Wurst ohne Vollbart. Der mit seinem Opel Astra gegen den Gurkenlaster gefahren ist. Und dabei hat er ein Glas Spreelinge süß-sauer an die Birne gekriegt und eine Eingebung gehabt. Und so hat er sein komplettes Geld schon vor zehn Jahren in eine riesige Solaranlage in Bayern investiert.

Und heute muss er nie wieder arbeiten. Was soll ich sagen – es sei ihm gegönnt…

Manchmal liegen einfach die wahren Talente eines Menschen ganz woanders.

Möglicherweise ist der Eon Vorstandschef Johannes Teyssen eigentlich ein ganz passabler Sänger. Man sollte die beiden mal ein Jahr lang tauschen lassen. Vielleicht bringt´s was. Und für das Experiment kann dann meinetwegen auch gern eine Stiftung aus Steuergeldern gegründet werden.

Oder man schmeißt den Vorständen von RWE, Eon und EnBW mal ´n Glas Gurken auf den Kopp. Was auch immer das bringt -  das wird in jedem Fall kein Fehler sein...

Bis die Tage!

13.04.2014

Hallo zusammen,

vor ein paar Tagen bekam ich die Werbebroschüre eines Küchenstudios in die Hände. Darauf stand:

"Wir leben Küche."

Das hat mir ehrlich gesagt gut gefallen, weil es so schön unabhängig ist von jeglichen sprachlichen Konventionen. Wenn Form und Inhalt scheißegal werden, dann kann auch Werbesprache Freejazz sein. "Wir leben Küche" - da ist Musik drin. Außerdem steht dieser Slogan in der Tradition solch berühmter Dreiwort-Meisterwerke wie "Ich kann Kanzler" (ZDF) oder "We think food" (Lekkerland). Ich finde sogar, dass andere Branchen die Idee für sich adaptieren sollten: "Wir leben Eier." könnte der Hühnerbauer auf seinen VW-Bus schreiben. Oder "Wir leben Merkel". Endlich ein brauchbarer CDU-Slogan für den Europawahlkampf. Und wenn dann das erste Bestattungsunternehmen mitzieht und "Wir leben Särge" im Schaufenster plakatiert - dann mach ich mir´n Bier auf, rufe laut und deutlich "Ich lebe Pils" in den Frühlingsabend und arbeite an meinem ersten VHS-Kurs mit dem Titel "Wir leben Sprache".

Wie war das früher im Englischunterricht? Subjekt-Prädikat-Objekt.

Mehr kann man nun wirklich nicht verlangen...

Bis die Tage!

19.03.2014

Hallo zusammen,

heute konnten wir erfahren, dass der US-Geheimdienst nicht nur in der Lage ist, die Telefongespräche eines kompletten Landes aufzunehmen (das Programm dazu hat den treffenden Namen "Mystic", womit manche Telefongespräche, die ich schon mit der Kundenhotline der Telekom geführt habe, geradezu perfekt beschrieben werden). Zudem ist es sogar möglich, die Gespräche eines kompletten Monats zu speichern (das Überwachungsprogramm dazu heißt "Retro", weil es so schön 70er-Jahre-mäßig an Richard Nixon erinnert). Aber ob diese ganze Mühe tatsächlich den gewünschten Effekt bringt, das sei mal dahingestellt. Schon beim ersten abgehörten Beispieltelefonat kommen Zweifel auf:

„Häh?“

„Ja, Hallo – spreche ich mit Sanitär Laubenschläger?“

„Häh?“

„Sanitär Laubenschläger? Das ist doch diese Nummer hier, oder?“

„Kann schon sein.“

„Aaah! Das ist ja wunderbar! Ich bin sooo erleichtert. Wir haben nämlich ein Rohrleck in der Küche, das heißt, also nicht genau mittig in der Küche, sondern mehr so hinter einem Einbauschrank irgendwo im unmittelbaren Nahbereich der Spülmaschine links. Irgendwo ganz weit dahinter. Und da spritzt die ganze Zeit das Wasser raus. Wir kommen aber selber nicht da dran! Und wir wissen auch nicht, wie man das abstellt und jetzt ist die ganze Küche schon voller Wasser und mein Mann flucht die ganze Zeit und hat sich glaub ich auch den Fuß gebrochen - oder angebrochen, das weiß ich nicht genau - weil er ausgerutscht ist. Aber ich kann ja schlecht gerade jetzt den Krankenwagen anrufen, wo das Wasser hier so spritzt. Wir sind beide Lehrer. Können Sie bitte vorbei kommen und das Rohr reparieren?“

„Ich bin in fünf Minuten da.“

Was hier auf den ersten Blick wie die barmherzige und schnelle Lösung eines sanitärnotdiensttechnischen Problems durch den Fachmann erscheint, ist bloße Illusion. Denn der Satz „Ich bin in fünf Minuten da.“ ist tatsächlich eine der unverschämtesten Lügen, die je in ein Telefon hineingesprochen wurden. Keineswegs hat der hier zitierte Handwerker vor, seine Werkstatt überhaupt jemals zu verlassen. Vielmehr hat er dem vorangegangenen Telefonat gezielt gelauscht und dabei selektierend die Reizbegriffe „Einbauschrank“ und „Lehrer“ abgespeichert. Und so unterscheidet sich seine wirkliche Reaktion nun inhaltlich deutlich von der akustischen Affektbeschwichtigung „Ich bin in fünf Minuten da“. Was der Mann tatsächlich macht, ist folgendes: er notiert sich die Telefonnummer auf einem kleinen gelben Zettel und geht den ganzen Tag nicht mehr an den Apparat, wenn er auf seinem Display auch nur eine kleine Übereinstimmung mit dieser Nummer feststellt.

Und genau hier zeigt sich das größte Problem, das der US-Geheimdienst NSA mit seinen gewaltigen Überwachungsprogrammen „Mystic“ und „Retro“ so hat: die Leute lügen am Telefon wie gedruckt. Selbst wenn man die Fähigkeit besäße, die Telefonate eines ganzen Landes und der letzten achtzig Jahre rückwirkend abzuhören – man würde nur das erfahren, was die Menschen so ins Telefon reden. Und das entspricht leider immer wieder nur zu ganz, ganz kleinen Prozentsätzen der Wahrheit:

„Nein, Schatz – ich kann heute Abend nicht mit Schröders essen. Ich hab noch nen Riesenhaufen Arbeit im Büro.“

„Die Kinder waren den ganzen Tag soooo brav. Das war die entspannteste Geburtstagsfeier, die wir mit Fabi bisher erlebt haben.“

„Wir haben Ihre Bewerbung natürlich für die Zukunft gespeichert und werden dann im Bedarfsfall auf sie zurückkommen.“

„Das Attentat findet übermorgen statt. Bringt bitte alle die Bomben und Tarnklamotten mit.“

 

Es ist nicht auszuschließen, dass die NSA sogar gezielt am Telefon verkohlt wird.

„Wir sind in fünf Minuten da.“

Aber – bei aller Kritik macht einem das den amerikanischen Geheimdienst und seine Mitarbeiter auch wieder ein bisschen sympathischer: immerhin sie sind fleißig und glauben an die Wahrheit. Einschränkend muss man aber folgendes anmerken:

Vor ein paar Tagen hat der US-Präsident ja auch mal wieder selbst mit seinem russischen Amtskollegen telefoniert.

Und was immer sich die beiden da so erzählt haben. Es drängt sich die Vermutung auf, dass das weniger wahr war als ein kleines bisschen, na sagenwirmal, Retro.

10.03.2014

Gedicht des Tages

Aus der Reihe "Ganz kleine Leute und das ganz große Geld"

heute mal ein Hoeneß-vor-Gericht-Gedicht:

 

Wie ein Kind, das Fensterglas

zerschossen hat im Nachbarhaus

und Mami beichten muss: „Ich war´s!“:

so sieht Hoeneß heute aus.

 

Und weil das Kind weiß, dass der Ball da

beim Nachbarn jetzt im Zimmer liegt,

was fraglos hier in diesem Fall ja

als Beweismittel genügt

und jede Ausrede auf´s Neue

so nichts mehr ist als Schall und Rauch:

darum macht es voll auf Reue.

Und das macht Uli Hoeneß auch.

 

BIs die Tage!

18.02.2014

Hallo zusammen,

normalerweise ist die Zeitung "die welt" ja nicht unbedingt eine Schatzgrube für, ichsachma, Schmunzelzitate. Heute gibt´s aber doch mal eins. Ob freiwillig oder unfreiwillig komisch - keine Ahnung, aber im Artikel zum Tod des Trio-Gitarristen Kralle Krawinkel findet sich der folgende, sehr schöne Satz:

"Nach Trio spielte er bei Marius Müller-Westerhagen, sang mit Nena und hatte auch sonst kein Glück mit der Musik."

Wie sagte der Mann vom Sperrmüll so schön: ich lasse das mal so stehen...

Bis die Tage!

 

 

 

17.02.2014

Hallo zusammen,

ob sich Schweizer auch Kabarett mit Klavier aus dem Ruhrgebiet anhören? Ma gucken.

Jedenfalls wurde die neue CD zum Die-Menschen-sind-ne-Krisenherde-Programm jetzt im Schweizer Radio vorgestellt (SRF). Das freut mich sehr - hier direkt mal der Link zur Sendung:

http://m.srf.ch/sendungen/spasspartout/es-gibt-mal-wieder-neuigkeiten-1-3

Bis die Tage!

09.01.2014

Hallo zusammen,

hier mal meine Lieblingsinformation des neuen Jahres. Sie betrifft die neue Umweltministerin Barbara Hendricks. Wem diese Frau noch nicht so bekannt vorkommen mag: NRW-Abitur, aber bis 1990 im NRW-Finanzministerium und ab 2007 Schatzmeisterin der SPD. Das erklärt ja schon einiges. Jetzt ist sie Umweltministerin. Und sie hat für die Regierung einen großen Vorteil. Denn wo noch im letzten Kabinett zwei Minister wegen ihrer Doktorarbeiten zurücktreten mussten, wird die Kanzlerin die neue Umweltministerin auf keinen Fall wieder entlassen müssen. Denn Barbara Hendricks hat 1980 ihren Doktor phil. mit einer Arbeit gemacht, die an internationaler Perspektive kaum zu überbieten ist: „Die Entwicklung der Magarine-Industrie am unteren Niederrhein“. Und dazu kann man ja eins gesichert sagen: Abgeschrieben hat die da auf keinen Fall...

Nuja.

Hier noch etwas Lyrik, zu der man mir gesagt hat, ich könne sie ja eigentlich Alexander Dobrindt widmen. Mach ich aber nicht.

 

Frau Anni Bronn aus Bayern

 

Mit neunundneunzig Lebensjahren

sitzt Frau Anni Bronn aus Bayern

im Wohnzimmer mit zehn Bulgaren,

um in die Hundert reinzufeiern.

 

Sie trinken Rakia und Weizen

und alle sind sie längst per Du

und kniffeln am Kamin und heizen

mit Fähnchen von der CSU

 

Denn Annis Mann war früher Landrat

und sie ist CSU-Mitglied

und weil ihr Mann den Strauß gekannt hat

weiß sie, was morgen hier geschieht:

 

morgen kommt der Horst ins Haus,

um ihr zu gratulieren,

dann holt sie die Bulgaren raus,

um sich zu amüsieren.

 

Bis die Tage!

30.12.2013

Hallo zusammen,

am 14.12. waren wir mit dem Jahresrückblick im Radio zu Gast in der WDR2-Zugabe.

Nachhören kann man das Ganze hier: http://www.wdr2.de/sendungen/wdr2zugabe/zugabe_gast172.html

Und weiter geht´s dann am 6.1. im Köm(m)ödchen in Düsseldorf...

Guten Rutsch!

 

10.12.2013

Hallo zusammen,

sollten Sie im Winter nicht ausreichend mit Weihnachtsfeiern und Weihnachtsnachfeiern versorgt sein, dann hier mal ein Tipp für die Monate Dezember, Januar und Februar: am 5.12. hatten wir Premiere unseres Jahresrückblicks im Gloria in Köln - ein für alle Beteiligten erfreulicher Abend. Und jetzt gehts gemeinsam mit den Kollegen Neutag, Griess und Onkel Fisch auf Tournee.

Hier mal die Termine (die Auftritte finden alle vor Publikum statt)

Sa. 14.12.13 SENFTÖPFCHEN, Köln
Mo. 06.01.14 KOM(M)ÖDCHEN, Düsseldorf
Di. 07.01.14 KOM(M)ÖDCHEN Düsseldorf
Do. 09.01.14 SENFTÖPFCHEN Köln
Sa. 11.01.14 KREAFORUM, Morenhoven
So. 12.01.14 KULTURHALLE Dormagen
Di. 14.01.14 CENTRE CULTUREL DE WOLLUWE, Brüssel
Mi. 15.01.14 U NTERHAUS, Mainz
Do. 16.01.14 BÜ RGERZENTRUM KÜZ, Troisdorf
Fr. 17.01.14 BEGU, Lemwerder
Sa. 18.01.14 PUMPWERK, Wilhelmshaven
So. 19.01.14 KASCH, Achim
Mo. 20.01.14 ALMA HOPPE, Hamburg
Mi. 22.01.14 COMEDIA, Köln
Do. 23.01.14 ALTER SCHLACHTHOF, Lahr
Sa. 25.01.14 RENITENZTHEATER, Stuttgart
So. 26.01.14 DISTEL, Berlin*
Mo. 27.01.14 DISTEL, Berlin*
Mi. 29.01.14 EBERTBAD, Oberhausen
Fr. 31.01.14 MEYS FABRIK, Hennef
So. 02.02.14 PANTHEON, Bonn
Mo. 03.02.14 PANTHEON, Bonn
Mi. 05.02.14 KULTURETAGE, Oldenburg
*In Berlin mit Chin Meyer für Jens Neutag

Weitere Informationen (zu Karten usw.) gibt es unter http://www.schlacht-platte.de

Von mir noch ´ne schöne Weihnachtszeit und ´nen guten Rutsch!

Bis die Tage,

Matthias Reuter

31.10.2013

Hallo zusammen,

seit Mitte Oktober gibt es mein neues Buch. Es trägt den auch für Paarhufer leicht auszusprechenden Titel "MÄH!" und ist im Satyr-Verlag Berlin erschienen. Wer noch kein Buch hat, dem kann ich es als Erstbuch empfehlen - der Einband passt farblich gut zu den meisten Möbeln und es beinhaltet neue Geschichten, Gedichte und Liedtexte sowie einige Zeichnungen. Für Abwechslung ist also gesorgt. Aber auch als Ergänzungsbuch ist es sehr brauchbar, macht sich prima neben Back- und Kochratgebern und beschwert sich nicht, wenn man es mit in den Urlaub oder in den Zug nimmt.

Das Buch gibt´s hier: http://satyr-verlag.de und natürlich überall im normalen Buchhandel und bei meinen Auftritten - z.B. am 8.11. im Bahnhof-Langendreer in Bochum, am 7.11. in Düsseldorf oder am 23.11. im Pantheon Casino in Bonn...

Bis die Tage,

Matthias Reuter

23.09.2013

Hallo zusammen,

da es bei allen Supermärkten schon seit Anfang August wieder Spekulatius, Zimtsterne und Adventskalender (zum Einfrieren ?) gibt. möchte auch ich schonmal einen Weihnachtsgeschenke-Tipp loswerden. Also - ums kurz zu machen: es gibt eine neue CD zu kaufen. Sie ist rund und handlich, besonders leicht als Präsent zu verpacken und im Wortart-Verlag erschienen:

Das Ganze ist ein Livemitschnitt meines neuen Programms vom 19.4.2013 im Ebertbad in Oberhausen. Die CD ist überall erhältlich. Fragen Sie ruhig mal im Laden nach. Das kann nicht schaden. Und wenn Sie sich erstmal nen Eindruck machen wollen, dann hier mal ein Youtube-Link mit einem Ausschnitt vom gleichen Abend:

http://www.youtube.com/watch?v=hCgMBqdjmBA

Ein paar weitere neue Live-Ausschnitte gibt´s in der Videorubrik - Button "Sehen"

Viel Spaß!

08.09.2013

Hallo zusammen,

mit einem Blick in die Zeitung stellt man fest, dass ein Wort in den letzten Jahren sprachlichen Bestand hat wie Beton im Blumenkübel - und das ist der Begriff "Krise". Daher isses auch kein Wunder, dass der WortArt-Verlag eine aktualisierte Neuauflage seines Buches "Ich krieg die Krise - Kabarettisten packen aus" herausgibt - unter anderem mit drei Texten von mir, in denen ich zwar nicht auspacke, aber auch nicht einpacke, so dass man zu recht sagen kann, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen...

Zu kaufen gibt´s das Buch im Buchladen. (nuja - wo auch sonst...)

Oder bei WortArt: http://wortart.de

Bis die Tage!

15.07.2013

Hallo zusammen,

es ist Sommer und da wird es schwieriger, die Leute in die Theater zu locken. Ist ja auch verständlich. Wenn die Sonne sich mal zeigt, möchte man ja auch gern mal gucken, ob sie immer noch so ähnlich aussieht, wie man sie in Erinnerung hatte. Das geht ja seit jeher am besten draußen. Und mit Getränken. Damit nun aber die Menschen im Sommer nicht komplett kleinkunstunterversorgt bleiben, gibt es jetzt etwas Neues: den Fahrrad-Poetry-Slam.

Dabei holt man sich erst die Vorleser an den Strand.

Und dann den Strand in die Innenstadt von Mönchengladbach (wohin sonst?)

Die Idee:

man nimmt ein kleines lila Klapprad und befestigt daran ein kleines braunes Klemmbrett. Dann setzt man einen (möglichst unsportlichen) Poetry Slammer mit Funkmikrophon auf das Rad und jagt ihn solange um den Stadtteich herum, bis er seinen Text fertig gelesen hat (oder umkippt und nicht mehr aufsteht).

Hier mal ein Foto (der Kleine mit dem Klemmbrett auf dem Klapprad bin ich)

Das Publikum sitzt derweil in Liegestühlen und trinkt Bier.

Es ist fast wie bei der Tour de France, bloß ohne Bergetappe und mit echtem Nervenkitzel.

Danach geht es zu Fuß durch die undurchdringliche Kiesgrube:

Und zum Schluss setzt man die Überlebenden dann noch zur Kalorienvernichtung auf den Heimtrainer:

Was soll ich sagen? Ich hätte es nie gedacht, aber: auch in mir steckt eine Begeisterung fürs Extreme. Hallo, Reinhold Messner, jetzt verstehe ich Dich. Rüdiger Nehberg, vielleicht lese ich Dein Buch. Auch ich bin ein Huber-Bua. Der lila-Klapprad-Huber-Bua. Wenn der erste Fallschirm-Poetry-Slam gemacht wird: ruft mich an, ich bin dabei. Ich muss nur noch ein kleines bisschen warten, bis mein Muskelkater nachgelassen hat. Dann aber sofort.

Bis die Tage!

17.05.2013

Hallo zusammen,
in der Rubrik "Hören" gibt´s zwei neue WDR-Radiomitschnitte: einmal aus Aachen - dort durfte ich am 2.3. bei der wunderbaren "Au Banan!"-Show von Wendelin Haverkamp mitmachen. Dass ich kurz vorher den Wagen eines Aachener Restaurant-Küchenchefs beim Einparken demoliert hatte, war kein Hinderungsgrund. Ob man das den Liedern im Radio anhört, weiß ich nicht.

Aber wenns ein bisschen nach kaputter Stoßstange klingen sollte, dann kann ich zumindest beruhigend anmerken: es klingt zum Glück auch nach Teilkasko und Autohaftpflicht-versicherung.
Zum anderen gibts einen Beitrag vom WDR5-Kabarettfest im Oberhausener Ebertbad vom 16.3.2013.
Viel Spaß!

08.05.2013

Hallo meine Damen und Herren,
am 1.6.2013 erscheint eine Geschichtensammlung mit dem Titel "Last Exit Babyklappe", die unter anderem eine Geschichte aus meinem neuen Programm enthält.
("Muttertag - eine Geschichte aus´m Bus")
Wer Interesse hat - hier kann man das Buch vorbestellen:www.vertriebscentrum.de

04.05.2013

Hallo zusammen,
gestern fand der Poetry Slam der Internationalen Kurzfilmtage hier in Oberhausen statt. Ich durfte dabei sein und einen Text zum Film "Sonntag 3" von Jochen Kuhn schreiben. Dabei ist ein Gedicht herausgekommen, in dem die Kanzlerin gemeinsam mit einem Mandrill die Straßen Berlins unsicher macht und versehentlich auf den Rapper Bushido schießt. Ob der Filmautor das exakt genauso als erste textliche Reaktion auf seinen Film geplant hatte, ist bisher ungeklärt.
Hier jedenfalls mal das Gedicht.
Es trägt den Titel:

Angela und Moe

Öd und leer war der verdammte
Alltag dort im Kanzleramte.
„Was nützt´s, dass Du der Boss hier bist,
wenn´s trist wie einst im Osten ist“
dachte sich die Kanzlerin,
dann ging sie zum Tierpark hin.
Denn sie wollt sich dort nen Affen
zur Belustigung beschaffen.
„Wen Justin Bieber nicht vergrault,
der wird auch gern von mir gekrault“,
sagte sie sich, nahm das Netz
und brach das Eigentumsgesetz.
3 Uhr nachts wars im April,
da schnappte sie sich den Mandrill.
Mit Pfeilen aus nem Pusterohr
betäubte sie ihn hinterm Ohr
Der Affe senkte seine Lider,
schon fand er sich im Rucksack wieder.
Den Sack schnallte die Kanzlerin
sich rücklings auf (mit Beute drin).
So sprang sie kichernd von der Mauer
als Staatschefin und Affenklauer.
Gesehen hatte das bloß einer -
und dem glaubte später keiner.
Auch die Flucht lief wie geschmiert,
denn Angela war gut maskiert:
Sie trug die Maske von Darth Vader -
das macht ja in Berlin fast jeder.
Ob Flash Mob oder Psycho-Leiden:
wer kann das heut noch unterscheiden?


Im Kanzleramt dann angekommen,
war der Mandrill total benommen.
Im Büro der Kanzlerin
legte er sich schnarchend hin
und knackte dort noch knapp zwei Stunden,
dann war das Valium überwunden.
Er gähnte laut und sagte „Scheiße!
Ick sauf zuviel Berliner Weiße.
Wat is´n dat für Laden hier?
Komm, Tussi – bring mir´n Konterbier.“


„Ach, guck mal an, der Affe spricht.“
So entsetzt war Angie nicht.
Im Wahlkampf und auf Dorfmarktplätzen,
muss man ja oft mit Affen schwätzen,
dachte sie sich arrogant,
dann gab sie dem Mandrill die Hand
und sprach: „Ich bin die Chefin hier.“
„Is mir egal, bring Konterbier!“
Mehr kam so erstmal nicht vom Affen,
darum ging Angie Bier beschaffen.
Jedoch: im Amt gabs nur Beck´s Gold,
Pofalla hatte das gewollt.
Davon gab sie dem Affen eine.
„Verarschen kann ick mich alleine.“
sprach der, „Du Hosenanzugstante
gibst Dir mit Tuntenbier die Kante,
aber ich will echtes Pils!“
Das war das Mantra des Mandrills.
Dann schnappte er sich Angela
und schleifte sie zu einer Bar,
wo´s Schultheiß gab und Fernet Menta,
ganz weit entfernt vom Parlament, da
wo´s auch nich auffällt, wenn Primaten
des nachts gegen Darth Vader darten.


Dort tranken sie dann Brüderschaft
mit Weizenbier-Bananensaft.
„Ich bin die Angie.“ – „Ick bin Moe.“
„Bin CDU-Chef.“ – „Ick beim Zoo.“
„Ich mach Physik“ – „Ick sauf gern Biere.
„Komm, klaunwa´n Auto! Ick steh Schmiere.“


Angela war angetan.
Der Affe hatte echt´n Plan.
Und man beschloss im Morgengrauen,
Bushido seinen Benz zu klauen.


„Die Kiste“, sagte Angela,
„gehört doch eh der Mafia.
Und Moe rief: „Jo! Ich hol die Knarre.
Wir klauen die Asi-Rapper-Karre.“
„Wer Kackmusik und Gangsta-Stuss
ans Volk verjuxt, der fährt bald Bus!“
so sangen Kanzlerin und Affe:
sie mit der Maske, er mit Waffe
und fröhlich wankten Sie dahin
mit nix wie Auto-Klauen im Sinn


Die Karre parkte vor ner Disse
und Moe rief: „Angela, das isse!
Die S-Klasse vom Gangstaschwein!
Pass auf! Da steigt er gerade ein!
Mann, Scheiße! Der entwischt uns glatt.
Ich schieß den Vorder-Reifen platt.“
Doch Angie schrie: „Du bist zu blau!
Da triffste nicht mehr so genau.
Gib mir die Knarre, Du Idiot.“
Und Merkel schoss Bushido tot.


Zumindest sah´s erstmal so aus,
denn Blut kam aus dem Rapper raus.
Doch wie beim Gangsta-Rap fast immer:
es wirkte alles optisch schlimmer.
Denn (zum Glück) war´s halb so wild.
Am nächsten Tag stand in der Bild:
„Bushido verliert linkes Ohr!“
Der Spiegel nahm es mit Humor:
„Jetzt macht Bushido auf Van Gogh!“
und bei Facebook gab´s dann noch
ne Gruppe namens „Einohrgangster“
und das war´s auch schon. Denn längst war
Polizei und Medien klar:
Keine Sau kriegt raus, wer´s war!
Im ganzen Unterweltmilieu
sagten Informanten: „Nö.
Wir wissen auch nicht, was da los war.“


Bloß dass Bushidos Schock so groß war,
dass er fortan halt nicht mehr rappte
nur wortlos noch im Fernsehen steppte
in RTL-Shows wie „Let´s Dance“
das irritierte seine Fans.


Ein Bodyguard bezeugte zwar,
dass da halt so ein Affe war,
der gemeinsam mit Darth Vader,
Entfernung ca. 50 Meter,
gezielt aufs linke Ohr vom Boss
mit einer Pistole schoss.
Bloß: den brachte die Wahrheit halt
zunächst mal in ne Heilanstalt.
(wo er nen Entzug begann
und – wie´s manchmal laufen kann:
nachdem er dann entlassen war
wurde er Bibliothekar.)


Angela und Moe jedoch
ham die Waffe immer noch.
Sie liegt – und kein Mensch ahnt sie da:
im Sockenfach von Angela,
denn da guckt nie die Kripo hin:
ins Sockenfach der Kanzlerin.


Und seit diesem Tage zieh´n
sie als Team durch ganz Berlin:
die Kanzlerin und Affe Moe,
gesetzlos, nachtaktiv und froh,
Fernet-saufend, Haus-beschmierend
den neuen Flugplatz sabotierend,
Karren-klauend, Gangster-neckend
und sich im Gebüsch versteckend,
nie mit Weizenbieren-geizend
und Investmentbanker-reizend
Lieder gröhlend, Scheiße bauend,
dem Spießervolk den Tag versauend:
das ist unsere Kanzlerin.
Es steckt soviel in Angie drin,
was sie dem Rest der Welt nicht zeigt.
Ein Affe weiß das. Und der schweigt.
 

23.04.2013 Hallo zusammen,
wenn ich ein Schweizer wäre und sehr viel Geld hätte (und ich kann mir beides in etwa gleich schlecht vorstellen), also sagenwirmal, ich wäre ein Schweizer Millionär: Dann würde ich morgen hingehen und aus humoristischen Gründen in Deutschland ein Konto eröffnen.
Vielleicht bei der Bayerischen Landesbank. Über 20 Millionen. Und wenn mich die dortigen Mitarbeiter dann entgeistert fragten: "Warum wollen Sie das denn machen?", dann würde ich antworten: "Ich will nur mal gucken, ob man damit bei uns auch ins Fernsehen kommen kann."
Aber auf Schwyzerdütsch.
Selbstredend.
Das werden die schon verstehen. 04.04.2013 Guten Tag meine Damen und Herren,
an dieser Stelle möchte ich ausnahmsweise mal ein bisschen Werbung in eigener Sache machen:
am 19.4. hat mein drittes Programm im Oberhausener Ebertbad Premiere. Es trägt den Titel "Die Menschen sind ne Krisenherde" Und wer sich darunter jetzt erstmal nix vorstellen kann, für den habe ich hier mal den Programmbeipackzettel-Text:

Die Menschen sind ne Krisenherde
Es gibt Leute, die vermuten, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist. Es gibt andere, die befürchten, dass das stimmt.
Aber wie isser nu wirklich, der Mensch? Es muss irgendwas sein zwischen Aristoteles und Homer Simpson. Oder, entschuldigung meine Damen, zwischen, na, sagen wir mal, Marie Curie und Daniela Katzenberger. Mit jeweils individueller Tendenz in eine der beiden Richtungen. Und einer großen Gemeinsamkeit: Der Mensch macht sich gerne bemerkbar. Vor allen Dingen in Gruppen. Das unterscheidet ihn vom Wiederkäuer. Wenn Kühe in einer Herde auf einer Wiese zusammen stehen, dann sind sie meistens still. Das ist beim Menschen ganz anders. Darum ist es ja auch gut, dass es ihn jetzt als Gruppe immer mehr im Internet zu finden gibt, denn da kann man die Lautsprecher ausschalten.
Und davon soll nun dieses Programm handeln, also, nicht vom Lautsprecher-Ausschalten, das können Sie zu Hause machen, wann Sie lustig sind, sondern von Menschen in Gruppen. Denn wenn mehr als zwei Menschen zusammen auftauchen, dann wird´s interessant: dann werden Möbelmärkte gegründet und Regierungen gestürzt, Ehen geschlossen und Muttertage gefeiert. Dann wird public geviewt und geheim gedienstet, bundesgetagt und pflege-WG-t, ins Becken gemacht und in der Wirtschaft bestochen.
Und man hüpft ungebremst von einer Krise zur nächstmöglichen. Oder gereimt:
„Von Teheran bis Eckernförde: die Menschen sind ne Krisenherde..."
Matthias Reuter guckt sich an, was seine Mitmenschen so machen und versucht, sie trotzdem zu mögen. Dazu spielt er Klavier und singt im Rahmen seiner Möglichkeiten, denn er macht sich gern bemerkbar.
Da ist er genau wie alle anderen.

Als dieser Text geschrieben wurde, war das Programm noch auf einem textlichen Vollständigkeitsstand, der am besten mit dem bekannten konfuzianischen Sinnspruch "Der Weg ist das Ziel" beschrieben werden kann. Nu isses aber fertig, passt zum Glück immer noch zum Pressetext und wird im Sinne des nicht so ganz bekannten konfuzianischen Sinnspruches "Geübt is auch nich schlecht" fleißig geprobt.
Karten gibt es übrigens unter www.ebertbad.de
Was soll ich sagen? Ich geh wahrscheinlich hin.
Bis die Tage!22.02.2013 Hallo meine Damen und Herren,
momentan gibt es einen Satz, den man überall in der Stadt Oberhausen lesen kann, zum Teil sogar auf Plakaten, die auf Anhängern durch die Straßen gefahren werden, damit kein Einwohner folgende Information verpasst:
Oberhausen wird gelb!
Das steht tatsächlich überall. Man kann dem nicht ausweichen.Ich hab erst gedacht, dass der Künstler Christo sich hat einfallen lassen, sein neues Gasometer-Kunstwerk Big-Air-Package postfarben anzupinseln. Aber weit gefehlt. Was dieser Satz wirklich meint, ist eine weit größere Sensation, denn (und hier müsste jetzt eigentlich eine Fanfare ansetzen):In Oberhausen macht ein neuer Baumarkt auf!
Uiuiuiuiuiuiuiui. Ein Baumarkt. Der Hammer!
Ein gelber Baumarkt namens:
Max Bahr - Bauen und Wohnen zum Selbermachen.
Bisher kannten wir nur den Bruder:
Daniel Bahr - Gesundheit und Altenpflege zum Selbermachen. Wie auch immer. Jedenfalls ist die Werbeabteilung dieses Baumarktes offenbar so selbstbewusst, dass sie annimmt, dass, wenn eine ihrer gelben Filialen irgendwo aufmacht, letzten Endes dadurch die ganze Stadt vergilbt. Das kann Oberhausen aber nicht passieren, finde ich, denn – wir haben hier ja Baumarkt-Übung. Diese Stadt ist ja praktisch ein Baumarkt. Oberhausen hat insgesamt mehr Baumärkte als Bäume. Da fällt einer mehr oder weniger gar nicht auf, egal wie gelb er ist.
Allerdings muss ich sagen, dass ich doch ein bisschen neugierig geworden bin, welcher Schraubenanbieter mich da jetzt gelb anstreichen will. Darum bin ich mal auf die Internetseite des Unternehmens Max Bahr gegangen und fand da unter anderem folgenden Satz, den ich hier gerne im Original zitieren möchte: „Um unseren Kunden den Marktbesuch noch angenehmer zu machen(…) haben wir gerade eine Reihe attraktiver Serviceelemente entwickelt, die wir auch in diesem Markt einsetzen“, (…). Beispielsweise der allgegenwärtige „Navi-Max“ – ein auffällig in rot gekleideter Mitarbeiter, der permanent für rasche Auskünfte im Mittelgang unterwegs ist.
Am „Probier-Max“ können sich die Kunden an ausgewählten Heimwerker-Tätigkeiten selbst versuchen. (Anmerkung des Verfassers: Ich weiß nicht, ob dafür auch ein Mitarbeiter herhalten muss, an dem dann die Hochdruckreiniger und Kneifzangen getestet werden. Aber erstmal weiter im Text) Über eine Telefonsäule, den so genannten „Ruf-Max“, können Kunden im Bedarfsfall einen Verkäufer anfordern. (…) Und nach dem Einkauf hilft der „Pack-an-Max“ beim Verpacken der Ware und beim Beladen des Autos."
Das klingt so ein bisschen wie bei den Schlümpfen, finde ich. Nur beschränkter. Und halt nicht als Comic, sondern real.
Ich bin mir zumindest sicher, dass die Firma Max Bahr den „Werbe-Max“ besser entlassen sollte, sonst muss hinterher noch der „Insolvenz-Max“ kommen und alle Schrauben wieder zusammensuchen, damit sie der „Führerschein-Klasse-2-Max“ wieder zurück nach Hamburg bringt. Und das will ja dann letzten Endes auch keiner hier…
Gelb werden allerdings auch nicht.
Bis die Tage! 02.01.2013 Hallo meine Damen und Herren,
das neue Jahr ist da. Und wie beginnt es? Sportlich-kalorienarm. Das wusste ich aber schon Anfang Dezember. Aus dem Aldi-Orakel. Denn seit jeder Supermarkt seine eigene kleine Zeitschrift herausgibt, habe ich nicht nur mehr Papiermüll. Ich kann auch die Zukunft aus den Prospekten vorhersagen. Ganz ohne Kristallkugel. Und im Aldi-Prospekt konnte man schon im Dezember lesen: am 3.1.2013 ist der Crane-Gymnastikball wieder da! Die Zukunft wird diätisch. Das geht im Übrigen auch mit Netto, Norma oder Lidl. Aus dem Lidl-Prospekt wusste ich z.B., dass der Weltuntergang am 21.12. ausbleibt. Sonst wären dort sicherlich Rettungsboote und Verbandmaterial angeboten worden. Stattdessen gab es aber im Dezemberprospekt – ich zitiere wörtlich: „die 144-Schuss-Batterie „Magic Moments“ mit 50 Schuss XXL-Brillant-Effekt-Batterie plus 2 mal 47-Schuss-XXL-Fächer-Salven-Batterie (…), gefolgt von einer in Fächerform geschlossenen Salve hochsteigender Luftheuler.
Finalisierend eine großkalibrige Bombetten-Salve mit gigantischem Crackling-Bukett“ Und da wusste ich: so schlimm kann es mit der Pro-Kopfverschuldung im Ruhrgebiet doch noch nicht sein. Statt des Weltuntergangs kommt wie immer die Müllabfuhr und räumt die "gigantischen Crackling-Buketts" wieder weg, damit die Straße frei ist für den Aufschwung. Und für Scharen von weihnachtsübergewichtigen Crane-Gymnastik-Ball-Neu-Besitzern, die kalorienoptimistisch ins neue Jahr hoppeln. Mindestens bis zum 11.1., denn dann gibts bei Norma erstmals wieder: Villa Gusto-Familienpizza in der 1000-Gramm-Packung zu 3 Euro 99.
Viel Spaß beim Hüpfen. Und alles Gute fürs neue Jahr! 13.11.2012 Hallo meine Damen und Herren, „wenn die schönste Zeit im Jahr beginnt, freuen sich auch unsere lieben Haustiere über ein zusätzliches Leckerli“. So steht´s im Supermarkt-Prospekt. Und darunter finde ich tatsächlich folgendes: Adventskalender für Katzen. Ich schreib das jetzt einfach nochmal - mit Ausrufezeichen in Klammern: Adventskalender für Katzen (!). Fünf Euro neunundneunzig – und (das steht darunter): „gefüllt mit kleinen Mäuschen“. Ich hatte wirklich gedacht, ich hätte schon alles gesehen. Dass man seit Ende Juli Christstollen kaufen kann, daran habe ich mich gewöhnt. Das ergibt ja sogar Sinn. Diese Christstollen kann man bis zum 31. Oktober lagern. Dann sind sie hart wie Stein und man kann die Halloween-Kinder damit bewerfen. Aber Adventskalender für Katzen? Was soll man denn damit? Und wie funktioniert das überhaupt? Wie kriegt die Katze raus, wann sie die 3 aufmachen muss? Oder sind die kleinen Mäuse dressiert und piepsen in der richtigen Reihenfolge? Das Supermarktprospekt ist jedenfalls vom zwölften November. Da hat man ja noch Zeit. Kann man die Katze noch dressieren. Bis zum 1.12. hat sie´s dann raus. Und dann kommt der Katzennikolaus und liest ihr aus dem goldenen Buch vor, wie oft sie neben´s Katzenklo gemacht hat. Ich würde sagen: Merry Miau alle zusammen!28.10.2012 Hallo meine Damen und Herren, vor kurzem habe ich im Zug folgendes Gespräch zwischen einem kleinen Jungen und seinem Vater belauschen dürfen: Der Junge: „Ich vermute, dass zwei plus zwei drei ist.“ Der Vater: „Das stimmt nicht.“ Der Junge: „Doch! Weil ich vermute, dass zwei plus zwei drei ist. Wenn man etwas vermutet, dann stimmt das immer. Aber in echt ist zwei plus zwei natürlich vier.“
Aus dem wird noch mal was! So geht das ja auch in der Politik: erst vermutet man, dass z.B. die Baukosten eines teuren Prestigeprojekts einen bestimmten Betrag ergeben werden. Und dann fängt man an, zu bauen. Und wenn dann alles schon halb fertig ist - dann wird es teurer als vermutet. Man muss dabei allerdings glaubhaft den Eindruck vermitteln, dass man irgendwann wirklich die Zahlen nicht richtig zusammenrechnen konnte. Das ist wichtig! Sonst wär´s ja gelogen. Und im Gegensatz zu Vermutungen stimmen Lügen ja nie.
Ich persönlich hoffe jedenfalls für den Jungen, dass er trotz seiner neu entdeckten Methode eher dabei bleibt, dass zwei plus zwei vier ist. Ganz ehrlich.
Meine Vermutung: das ist für ihn und alle anderen besser... 02.10.2012 Hallo meine Damen und Herren, nu isse endlich geklärt: die K-Frage. Peer Steinbrück tritt gegen Angela Merkel an. Soweit, so gut. Mich begeistert daran vor allen Dingen, dass ich nirgendwo mehr lesen muss, dass „die K-Frage noch geklärt werden muss“ oder „wann die K-Frage geklärt wird“. Es gab ja mal ne Zeit, in der wurden Fragen beantwortet. Heute werden sie „geklärt“. Klären, das war früher was fürs Abwasser. Wieso landen aber jetzt auch Fragen in der Klärgrube? Diese Frage sollten wir mal beantworten, äh, klären. Ich glaube ja, der zentrale Unterschied ist der folgende: Fragen, die tatsächlich jemand gestellt hat, werden „beantwortet“: „Wie komm ich zum Bahnhof?“ Da gibt´s dann eine Antwort, z.B. „zu Fuß.“ Fragen, die nie einer gestellt hat, werden „geklärt“. Hauptsächlich in Sport und Politik: „Die Trainerfrage ist geklärt.“ - „Die K-Frage ist geklärt.“ Und es sind auch genau diese Fragen, die alle ein weiteres gemeinsames Merkmal haben: über kurz oder lang kräht kein Hahn mehr danach.
Damit das mal geklärt ist.17.09.2012 Hallo meine Damen und Herren,
in der Tageszeitung konnte man vor ein paar Tagen folgende Meldung lesen: „Räuber trifft keinen an und geht!“ Und es klingt so, wie es war: ein maskierter Mann betrat mit eindeutig kriminellem Hintergedanken rauborientiert eine Tankstelle, richtete die mitgebrachte Waffe auf die Mitarbeiter und…stellte fest, dass keiner da war. Die Verkäufer waren zu diesem Zeitpunkt nicht hinter der Kasse, sondern im Lager. So ist das manchmal. Man verpasst sich im Leben. Nun tat der Räuber aber etwas Unerwartetes: er ging wieder, ohne etwas zu klauen. Nicht mal ein Snickers für den Heimweg steckte er sich ein. Und da fragt sich der kleine Columbo in mir: Wieso? Ist dem Mann eingefallen, dass er eigentlich doch gar nichts braucht? Hat er just in diesem Moment dem materialistischen Gedanken ans schnöde Geld abgeschworen? Ich persönlich glaube ja, dass es ähnlich war wie bei diesen Sportanglern, die einen Fisch fangen und ihn dann wieder zurück ins Wasser werfen: dem Räuber war es so einfach zu langweilig. Zu einfach. Nicht sportlich genug. Was zeigt: auch Kriminelle haben eine Handwerker-Ehre! Ich finde, da kann sich mancher Wirtschaftskriminelle mal ne Scheibe von abschneiden.30.07.2012 Hallo meine Damen und Herren! Heute stand ich an der Ampel hinter einem LKW der Firma Lekkerland. Darauf war in riesengroßen Buchstaben folgendes zu lesen: „WE THINK FOOD“. Ich kann nicht sagen, dass die Firma Lekkerland mich je besonders zum Denken angeregt hätte, aber den Slogan fand ich interessant. Was heißt das? We think food?
Wir denken Essen. Aha. Wann sagt man so´nen Satz? Vielleicht ist das so ähnlich wie bei diesem umgekehrten Fernsehquiz, das es mal gab - „Jeopardy“ – da musste man immer die Frage zu einer bestimmten Antwort finden.
Aus welcher Stadt stammt der Fußballtrainer Otto Rehhagel? Wir denken Essen. Was fehlt Heidi Klum? Wir denken Essen. Oder, ganz speziell für die Firma Lekkerland:
Sowas hab ich ja noch nie gesehen! Was soll denn das da auf dem Teller sein?!? Wir denken Essen.
Na, dann: guten Appetit! 31.05.2012 Hallo meine Damen und Herren,
hier mal ein Beitrag zum Thema "Humor in fernen Ländern".
Heute: China

Die Internetseite Wikipedia gibt dazu folgende Information: "Das chinesische Lachen ist oft auch ein Ventil für starke Gemütsbewegungen. Deshalb kann es vorkommen, dass Chinesen in Situationen lachen, die für einen Europäer schockierend sind. Das kann ein Unfall oder auch eine andere Katastrophe sein. (...)"

Ein Beispielgedicht:

Chinesischer Humor

1.)
Vor der Bühne zwölf Chinesen
völlig ohne Kontrabässe,
sachlich, von seriösem Wesen
und von sehr vornehmer Blässe

Auf der Bühne (gleichfalls blass)
der Hotelanimateur
witzelnd über Günter Grass,
bleibt er hier ohne Gehör,

denn da lacht nicht ein Chinese.
Jeder Günter-Gag verreckt.
Kurze Pause. Hypothese:
die ham bloß zuwenig Sekt!

2.)
Vor der Bühne zwölf Chinesen
jeder mit nem Sekt frei Haus
gespendet vom Hotelbartresen
seh´n genau wie vorher aus,

denn Champagner bleibt als Droge
wirkungsloses Nervengift,
wo man – so der Sinologe –
chinesischen Humor nicht trifft.

Auf der Bühne plärrt jonglierend
der Komiker und schreit „Jetzt alle!“
Dann folgt nichts. Er geht. Sinnierend:
„Wie beim Frauentag in Halle.“

3.)
Auf der Bühne liegt ein Kabel,
das man erstmal so nicht sieht,
doch es liegt da formidabel
für alles, was dadurch geschieht:

auf der Bühne Stolpern, Krachen:
es bricht des Entertainers Knie
Vor der Bühne Kichern, Lachen:
Chinesen amüsiert wie nie.

Nach der Show nur Lobgesänge:
Zwölf Chinesen kaufen Karten
fürs Programm in voller Länge,
können die Heilung kaum erwarten.

Bis die Tage! 04.04.2012 Hallo meine Damen und Herren,
pünktlich zum kommenden Osterfest haben mir gestern zwei Mitarbeiter der Firma "Elektro Hase" eine Spülmaschine geliefert. Und diese Spülmaschine hat nun eine Fähigkeit, die ich vorher bei Spülmaschinen nicht gekannt hab: sie misst den Schmutzgehalt des Geschirrs und überlegt sich dann selbst, wie sie darauf reagieren soll.
Ein phänomenales Konzept.
Das sollte man auf andere Geräte übertragen. Ich warte auf einen Ofen, der sich weigert, die Pizza zu erhitzen, wenn er beim Benutzer Übergewicht feststellt oder eine E-Gitarre, die sich automatisch dann auf lautlos stellt, wenn jemand was von Bryan Adams spielen will.
In Russland soll es jetzt auch Wahlurnen geben, die die Stimmabgabe messen und dann selbst entscheiden, welche Stimmzettel sie vernichten. Das setzt sich hier aber hoffentlich nicht durch. Was aber bestimmt kommt, ist das Auto, das anhand der ersten Fahrt die Rangierfähigkeit des Neubesitzers erkennt und selbst entscheidet, ob es sich noch ein zweites Mal starten lässt oder lieber nicht. Und wenn die Mehrheitsmeinung über meinen Fahrstil stimmt, kann ich dann froh sein, wenn mein Ford Fiesta noch ein paar Jahre hält.

Frohe Ostern! Und vielleicht noch´n kleiner Tipp: verstecken Sie doch zu Ostern auch mal ein paar Eintritsskarten. Bunt anmalen kann man die auch. Z.B für den 2.5. in Oberhausen (siehe Termine), den 3.5. in Dinslaken (im Café Victor Hugo) oder den 22.7. in Dinslaken im Burgtheater. Wer sich bei mir meldet, dem zeichne ich nen Hasen dazu...
Bis die Tage!01.03.2012 Hallo meine Damen und Herren,
immer mal wieder erhalte ich alle Arten von E-Mails, die mich darauf aufmerksam machen, dass ich z.B.

- der einzige Nachfahre eines afrikanischen Industriellen bin und damit Neubesitzer eines Erbes von mehreren Milliarden Dollar, die ich mir nur noch selbst in Euro umrechnen muss

- zu dick bin und dementsprechend Präparate brauche, die mich dünn machen

- ich mich in irgendein neuartiges Internettelefonbuch eintragen soll, das zwar für das Bundesland NRW gilt, aber mitten im Pazifischen Ozean auf einer mir bislang unbekannten Insel hergestellt wird

Daran habe ich mich gewöhnt. Ich freue mich mittlerweile sogar manchmal darüber, den Namen eines neuen Inselstaates kennen zu lernen. Wer weiß, vielleicht lande ich irgendwann doch mal bei Günter Jauch auf´m Stuhl und gerate ausgerechnet an die 500-Euro-Frage: "Was ist kein pazifischer Inselstaat?" und dann bleiben nach 50/50-Joker nur noch die Worte "Tuvalu" und "Toblerone" übrig. Und dann bin ich aber mal aus´m Schneider.
Wie auch immer. Gestern erhielt ich jedenfalls zum ersten Mal eine Spampost, die ich so noch nicht kannte.
Der Text lautet folgendermaßen:

"Wir möchten Sie informieren, dass Sie vom Europäischen Programm für die Entwicklung des Individualtourismus ausgewählt wurden, in einer von Ihnen gewählten Unterkunft aus dem Bereich der kleineren und mittelgroßen Beherbergungsbetriebe drei Tage zu verbringen."

Und zwar kostenfrei! Nicht schlecht. Ich hab mir das sofort ausgedruckt und bin zum nächsten "BestWestern-Hotel" gelaufen, um mal nachzufragen, ob das Angebot inklusive Frühstück ist.
Ist es nicht.
Es ist ohne Frühstück. Und ohne Zimmer.
Das haben die mir direkt gesagt. Und dann haben sie mir die Straße vor ihrer Eingangstür gezeigt. Ist auch schön, aber nicht dasselbe. Ich mache halt nicht den Eindruck, als ob ich vom europäischen Individualtourismusprogramm komme.
Ich frage mich aber, was passieren würde, wenn sich ein ranghoher Politiker so eine Mail versehentlich ausdruckt und zu einem Hotel seiner Wahl geht. So jemanden könnte der jeweilige Portier ja nicht einfach sofort rausschmeißen.
Und wie ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, denke ich mir: hat vielleicht der ehemalige Bundespräsident auch diese Mail bekommen? Kann ja sein. So was kann ja passieren: E-Mail-Post ein bisschen oberflächlich durchgelesen und - Zack! - schon ist man drauf reingefallen. Da sollte man mal warnen...
Nicht, dass er jetzt in nächster Zeit auch noch versucht, das Erbe des afrikanischen Industriellen anzutreten.
Bis die Tage!22.01.2012 Hallo meine Damen und Herren, hier mal drei Links zu ein paar neuen Videos.
Ein Mal aus der wunderbaren Comedy Stube in Tübingen: eine "Kurzfilmversion" des Dramas "Kindergeburtstag im Autokino"
Hier klicken...
Und zwei Mal mit Band aus "Nachgewürzt"
Einmal hier:
Schlechte Vorbilder
Und hier:
Oberhausen-Country18.01.2012 Hallo meine Damen und Herren,
frohes neues Jahr! Ein bisschen spät, aber immerhin noch im Januar.
Und hier direkt zu Beginn des Jahres mal ein kleiner Programmhinweis: am 24.1. gibt´s wieder im Düsseldorfer Zakk unsere Lesebühne "Trio mit vier Leuten", dieses Mal zwar ohne Gast, dafür aber mit den wortreichen Kollegen Katinka Buddenkotte, Markim Pause und Dagmar Schönleber sowie der unwahrscheinlichen Bloody Bozinski Brothers-Band.
Die Internetseite dazu ist diese hier:
www.triomitvierleuten.de
Dort gibt´s auch alle weiteren Termine des Jahres 2012.
Wer länger nicht da war, der kann sich mal anschauen, wie sich unsere monatlich stattfindenden Proben des Schluss-Songs entwickelt haben. Und wer noch nie da war, für den stellen wir nen Stuhl dazu.
Bis die Tage!23.11.2011 Hallo meine Damen und Herren,
hier mal kurz eine erfreuliche Nachricht. Ich habe am letzten Samstag den Jurypreis des Kabarettwettbewerbs "Tegtmeiers Erben" in Herne gewonnen und bin seitdem stolzer Besitzer einer Original-Elbsegler-Tegtmeier-Kappe. Fotos davon gibt´s hier:
www.derwesten.de
Der mit der Mütze am Klavier bin ich...02.11.2011 Hallo meine Damen und Herren,
im Kinderbuch von Stephen und Lucy Hawking „Der geheime Schlüssel zum Universum“ findet sich der folgende Satz: „Intelligenz sichert so große Vorteile beim Überleben, dass sie sich bestimmt entwickeln wird.“
Diese Prognose steht eher in einem Kontrastverhältnis zur gestrigen Meldung in der Neuen Ruhr Zeitung: „Platz 1 der Spiegel-Sachbuchbestsellerliste: Sei schlau, stell Dich dumm“
Nagut, kann man sagen. Das muss ja gar nicht unbedingt etwas Gegensätzliches sein. Es ist ja möglich, dass sich die Intelligenz ganz im Stillen zu Hause entwickelt, während jemand sich öffentlich doof stellt. Aber ist das nicht einsam?
Wenn man nur ganz alleine intelligent sein darf und sich ansonsten den ganzen Tag lang verhalten muss wie Goofys kleine Schwester. Das weckt doch auch Sehnsüchte. Wie oft wird Daniela Katzenberger einsam in ihrem Studierzimmer sitzen, beladen mit unterdrückter, sich ständig entwickelnder Intelligenz und denken: „Ach, könnte ich doch nur ein einziges Mal beim ZDF.kultur-Kanal über Martin Walser räsonieren.“
Aber sie darf nicht.
Und das ist tragisch.
Darum schlage ich hiermit eine nicht-öffentliche Austauschplattform für Prominente vor, die sich aus beruflichen Gründen dumm stellen müssen. Vielleicht kann da ja mal einer eine Email-Adressliste zusammenstellen?
Man kann sich regelrecht vorstellen, wie befreit Heidi Klum mit Detlev Soost und Lothar Matthäus über die richtige Zitierweise in wissenschaftlichen Arbeiten diskutiert, wenn nur endlich der öffentlich Druck weg ist, die hohle Haselnuss zu geben.
Und vielleicht traut sie sich irgendwann sogar, sich zu outen und öffentlich mal etwas Intelligentes zu sagen.
Ich finde ja, da muss man auch mal tolerant sein.
Man sollte Prominenten gelegentliche intelligente Äußerungen in der Öffentlichkeit nicht grundsätzlich übel nehmen.

17.10.2011 Hallo meine Damen und Herren,
heute zitiert meine Tageszeitung den berühmten Satz
Wilhelm Buschs „Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.“ Das möchte ich mir jetzt mal zum Vorbild machen und hier 50 dumme Gedanken nacheinander verschweigen:

(…)

So schnell geht das. Das Verschweigen dummer Gedanken verbraucht nur wenige Sekunden. Und passt damit auch besser zur allgemeinen Zeitknappheit als die unzähligen Wortgewitter, denen man täglich so ausgesetzt ist.
Man lässt eben schneller mal ´ne größere Menge Unsinn unausgesprochen, als sie bei Twitter zu versenden oder dem jeweiligen Sprecher ins Blöckchen zu diktieren. Darum hier mein zeitgemäßer und energiesparender Tipp: einfach mal auf Wilhelm Busch hören, Klappe halten, weiser werden! In „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ lässt Heinrich Böll seine Hauptfigur beim Radiosender das Schweigen aus Tonbändern herausschneiden, um es sich abends zur Entspannung anzuhören. Davon halte ich eine ganze Menge. Zum Beispiel käme mir das Hörbuch „Arnold Schwarzenegger liest seine Autobiographie“ nie in die Ohren. Das Hörbuch „Arnold Schwarzenegger liest seine Autobiographie nicht.“
(Laufzeit 2 Stunden) würde ich mir aber mit Begeisterung komplett anhören. Vielleicht ist das ja eine Marktlücke? Wer wünscht sich nicht eine Doppel-CD, auf der Dieter Bohlen mal 140 Minuten lang den Mund hält? Oder das Hörbuch „Ina Müller schweigt. So haben wir sie noch nie gehört.“ Und wenn dann erst mal genug Prominente auf den Trichter gekommen sind, gibt´s vielleicht auch mal wieder nen Stummfilm.
Mit Til Schweiger. Oder Christine Neubauer-Filme, in denen die Landschaft auch die akustische Hauptrolle spielt. Vielleicht schließt sich sogar die Kanzlerin dem Trend an und macht ihren jetzigen Regierungssprecher zum Regierungsschweiger. Weniger sagen würde er dadurch auch nicht und die Gesamtweisheit der Regierungshandlungen könnte so schlagartig gesteigert werden. Obwohl da wohl noch eine kleine Ergänzung zu Wilhelm Busch notwendig würde:
„Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise setzt sie nicht um.“
Schweigen wäre aber schon mal ein schöner Anfang, finde ich.

(…)

Und nochmal 50. Geht Ratz-Fatz.

Bis die Tage! 12.09.2011 Hallo meine Damen und Herren,
seit der Sommer sich zu einem Imagewechsel entschieden hat, bereite ich mich auf die Winterzeit vor. Einfach, weil das dann mal was anderes ist. Die Ansicht darüber, was schlechtes oder gutes Wetter ausmacht, hängt zwar davon ab, ob man eine Wegschnecke oder ein Bademeister ist. Was man aber wegschnecken- und bademeisterunabhängig sagen kann, ist: das Wetter ist langweiliger geworden in diesem Jahr. Wenn der Juli und August schon herbstartig sind, kommen einem die Monate September, Oktober und November halt auch nicht mehr innovativ vor. Lässt man vor der Band Status Quo die Statusquo-Coverband "State Us Quo" auftreten, dann wird das Original von "Rockin all over the world" eben auch nicht mehr zur Überraschung des Abends.
Darum sehe ich den Herbst jetzt als wetterlangweiligen zweiten Sommer an und denke an die Weihnachtszeit.
Das hat aber momentan auch noch einen zweiten (und ich finde, triftigen) Grund:
durch Zufall ist mir ein Restbestand Weihnachtstoilettenpapier in die Hände gefallen.
Es handelt sich um ein Produkt der Firma - Nomen est omen - "Happy End" und ist ganz offensichtlich für alle Weihnachtsfans produziert worden: auf der Packung sieht man gut gelaunte Rentiere, die alle Arten von Wintersport betreiben. Außerdem liest man überrascht die folgenden Worte:
"Mit Spekulatiusduft und Motiven"
Begeistert habe ich sofort den Versuch unternommen, noch mehr Rollen für die Weihnachtszeit zu ergattern und bin so auf die Seite "Discounto" gestoßen:www.discounto.de
Leider ist das Papier aber schon vergriffen.
Dafür findet man den beruhigenden Zusatz, dass
"Happy End Toilettenpapier gebraucht kaufen bei Ebay"
noch möglich sei.
Mit Spekulatiusduft. Und Motiven. Ach Du Scheiße.

Schönen wetterlangweiligen zweiten Sommer!21.07.2011 Hallo meine Damen und Herren,
bald sind Ferien und es gibt Zeugnisse. Der Media Markt hat sich dazu folgendes einfallen lassen: für jede Eins oder Zwei im Zeugnis gibt es 2, bzw. 1 Euro Rabatt.
Ich möchte mich hiermit diesem Konzept anschließen:
ab jetzt gebe ich als Entschädigung für jede 5 in Sport und den Naturwissenschaften einen Solidar-Rabatt von 5 Euro auf CD und Buch. Media-Markt-Mitarbeiter, die nachweisen können, dass sie in den letzten Wochen einen Kunden so beraten haben, dass er sich informiert gefühlt hat, zahlen die Hälfte der Eintrittsgelder.
Media-Markt-Werbe-Verursacher, die ihren Job gegen eine Tätigkeit in der Landwirtschaft eintauschen, haben freien Eintritt und erhalten eine Gießkanne.
Und wer morgen schon frei hat, ist herzlich eingeladen, heute abend zur Wortschatzbühne bei Bochum Total zu kommen. Von 20.15 Uhr bis 20.45 Uhr bin ich auch da und lese Geschichten aus der Zeit, als die Glanzbilder noch vom Grundschullehrer kamen.
Für jede 2 im ersten Staatsexamen für das Lehramt gebe ich ein Pils aus. 09.06.2011 Guten Tag meine Damen und Herren,
am letzten Sonntag bin ich in Dortmund aufgetreten.
Das hat Spaß gemacht und draußen schien die Sonne.
Danach war ich noch in Essen und es hat in Strömen geregnet. Ich persönlich glaube ja nicht, dass das was mit den beiden Städten zu tun hat, obwohl ich anmerken muss, dass, als ich zurück in Oberhausen war, die Sonne auf wundersame Art und Weise ganz allmählich wieder aus ihrer Ferienwohnung zurückkam.
Also, liebe Essener, wie kann das denn sein? Wer macht denn da am Sonntag in Eurer Stadt heimlich den Rüttenscheider Regentanz?
Oder habt Ihr Euren Teller nicht aufgegessen?
Das wurde mir als Kind so erklärt: wenn ich den Teller nicht aufesse, dann regnet´s. Und da muss ich sagen:
Tellergerichte zu Ende mampfen sollte meines Erachtens in einer Stadt namens Essen ja nun wirklich mal die Grund-voraussetzung sein. Also – Essener und Innen: haut rein, damit der nächste Weltkulturerbe-Tag auf Zeche Zollverein ohne Arche auskommt.
Wenn ich in der Stadt bin, esse ich auch ne Pizza Margherita mit. Was tut man nicht fürs Weltkulturerbe…

Wer Lust hat, mal in den WDR5-Mitschnitt von meinem Auftritt bei Fritz Eckengas „Mitteilungen für interessierte Dorfbewohner“ reinzuhören, der kann das hier machen. Viel Spaß!

Bis die Tage,

Matthias Reuter15.05.2011 Guten Tag meine Damen und Herren,
draußen wird´s wärmer und auch die Aktuelles-Seite hier wird sonniger. Darum jetzt mal ein wenig Solarstromlyrik aus dem Bereich "Schulen ran ans Öko-Stromnetz":
ein Gedicht mit dem Titel

Gesamtschulsolarstrom

Steht die Sonne hoch am Himmel,
klappt sie gut, die Pausenbimmel
und das Aulabühnenlicht
leuchtet wie schon lange nicht.
Das Musikraumkeyboard lärmt
und der Tonofen erwärmt
sich auf knapp 900 Grad.
Im Physikraum glüht der Draht
in der Birne des Versuches,
bloß Anke meckert: „Ich verfluch es
dies beschissene schöne Wetter!
Komm wieder, Winter, sei mein Retter,
es war doch wirklich super hier
als nix mehr klappte wegen Dir
und Deinen herrlich düsteren Tagen
mit Wolken, die das Licht verbargen
und jeden Sonnenstrahl blockierten,
als Beamer nicht mehr funktionierten
und overheadprojektorlose
Wochen war´n, denn jede Dose
blieb wirkungslos, weil ohne Strom
und wir waren happy - weil at home.
Da musst ich nicht um sieben raus,
da blieb das Licht am Schultor aus
und alles war ganz wunderbar
und alle waren für Solar
und haben laut „Juchhu!“ geschrieen!
Erneuerbare Energien
waren damals echt mein Ding
als der Speicher noch nicht ging.
Doch seit neuestem klappt die Scheiße
und ausgerechnet jetzt gibt´s heiße
Tage voller Sonnenschein:
Ökostrom ist so gemein.“

Wenn alle schreien: Atom, nein Danke!
schreit eine nicht - und die heißt Anke.
Und grimmig guckt sie auf die Uhr,
denn gleich, da schreibt sie ne Klausur
über Kafkas „Die Verwandlung“
und kennt davon nicht mal die Handlung.
In solchen Stresssituationen
verhärten sich die Positionen
zu Energie- und Umweltfragen
und so hört man Anke sagen:
Ich hasse Kafka und darum
mach ich bei EON Praktikum
und Ausbildung bei Vattenfall.
Kampf dem Umweltstromgelall!
Weil ich in der Schule Mist bin,
werd ich Atomkraftlobbyistin.
Dann geht sie rein wie alle Tage
und flucht auf die Solaranlage,
weil sie die fünf schon sicher hat
und schreibt nur diesen Satz aufs Blatt:
„Atomkraft find ich very good!
denn die geht wenigstens kaputt.“

Man sieht, bei vielen Karrieren in der Atomstromlobby spielen auch persönliche Probleme mit rein...
Wer sich gegen Atomkraft engagieren will, dem sei diese Internetseite ans Herz gelegt:
www.ausgestrahlt.de
Und wer sich mal sinnvoll für Kultur engagieren möchte, der trete dem Zebrano-Theater-Verein bei:
Mitgliederantrag des Zebrano-Theaters
Informationen zum Theater unter
www.zebrano-theater.de
22.04.2011 Frohe Ostern wünsche ich!
Und hier mal ein kurzer Hinweis: die "Hören und Sehen"-Rubrik wurde aktualisiert. Da gibt´s jetzt ein paar andere Videos und zwei neue Audiodateien, die, das wurde in einer Versuchsreihe getestet, beim Hören nicht allzu sehr die Findung geeigneter Verstecke für bunt gefärbte Eier behindern.
Gleiches gilt für die Ei-Suche.
Viel Spaß und bis die Tage!08.04.2011 Hallo meine Damen und Herren,
übermorgen bin ich im Radio. Und zwar bei WDR5 in der Sendung "Hart an der Grenze", einem Kabarettabend aus der schönen Viller Mühle in Goch von Wilfried Schmickler und Gernot Voltz mit Anka Zink, Ludger Stratmann und mir in Vertretung der Rockabilly-Sängerin Peggy Sugarhill. Und ich sing da zwar nichts von Eddy Cochran oder Elvis, aber sie können sich zu Hause ja vorstellen, dass ich eine Elvis-Tolle habe, weil das Ganze ohne Bild ist. Das ist ja auch irgendwo das schöne am Radio: das man´s nicht sehen kann...
Also: schalten se mal ein am Samstag ab 16.05 Uhr auf WDR5 oder klicken Sie zur gleichen Zeit auf diesen Link hier:
WDR5 Internet-Radio Da kann man´s auch hören.
Viel Spaß und bis die Tage!20.03.2011 Hallo meine Damen und Herren,
ab nächste Woche ist Sommerzeit, da kann man sich auch schon mal mit Urlaubslektüre eindecken. Dazu mal ein Vorschlag: im Kölner WortArt-Verlag ist jetzt das Buch
"Ich krieg die Krise. Kabarettisten packen aus" erschienen. Und ich bin daran auch beteiligt. Dabei packe ich zwar nicht allzu viel aus, bechäftige mich aber mit drei zentralen Themen des menschlichen Zusammenlebens: Weihnachtsfeiern, Autokinos und Frühlingsrollen.
Wer sich das mal angucken möchte, bekommt das Buch z.B. unter:
www.Amazon-Link-zum-Buch.de
Oder aber auch unter:
www.wortart.de

Wer sich aber lieber was anhört als zu lesen, für den habe ich hier auch noch zwei kurze Tipps: Zum einen gibt es jetzt eine Hörbuch-CD zur Geschichtensammlung "Sex - Von Spaß war nie die Rede", auf der ich mich mit dem Thema Buchstabensuppe beschäftige.
Dazu auch ein Link:
Hörbuch: Sex-Von Spaß war nie die Rede
Zum anderen war ich gestern Studiogast der WDR2-Zugabe, was zwar nicht so ein besonders zentrales Thema für die Menschheit ist, aber trotzdem nachhörbar unter:
Zugabe zum Nachhören
Schönen Frühlingsanfang morgen!07.02.2011 Hallo meine Damen und Herren, hier mal zwei Tipps für Veranstaltungen im neuen Jahr. Zum einen gibt es am 9.3.2011 zum ersten Mal in meiner Heimatstadt einen politischen Aschermittwoch im Ebertbad.
Wir haben uns gedacht, wir machen das jetzt in Oberhausen einfach mal so ´rum: dieses Jahr fangen wir mit einem politischen Aschermittwoch an.
Und ab dem nächsten Jahr soll es dann hier auch Karneval geben.
Na, ma gucken.
Eine Schlumpfverkleidung muss ich noch irgendwo im Keller liegen haben.
Mehr dazu unter:
www.ebertbad.de

Zum anderen möchte ich auf den 23.2. hinweisen, denn da gibt´s zum dritten Mal den Bier-und Leseabend im Falstaff mit ein paar besonders geschätzten Gästen:
Christian Bartel und Olaf Guercke aus Bonn
sowie Frank Klötgen aus Berlin
bringen selbst geordnete Buchstaben mit und werden mit Publikum und Getränken versorgt.
Mehr dazu unter:
www.falstaff-ob.de 17.12.2010 Hallo meine Damen und Herren,
hier mal ein Link. Am 11.12. durfte ich als musikalischer Gast bei der "Zugabe" im WDR2-Hörfunk mitmachen. Das Ganze fand - da folgt nun auch das Kabarett der Lafer-, Lichter-, Leckerschen Erfolgskarawane - live in der Dortmunder Rippchenbraterei Weber in Bövinghausen statt.
Dazu ein Link:
www.rippchenbraterei.de
Und diese Rippchen sind, das schreibe ich hier völlig freiwillig und ganz ohne Werbevertrag, ein Gaumenschmaus, der allein die Erfindung der Feuerstelle im Nachhinein rechtfertigt.
Die Beiträge aus der Sendung kann man sich übrigens auch anhören. Und zwar hier:
www.wdr.de/radio/wdr2/zugabe
Ob diese Beiträge die Erfindung des Radiogerätes im Nachhinein rechtfertigen...
das möchten alle Beteiligten ganz sicher nur dem weihnachtlich-kritischen Urteil Ihrer unabhängigen Ohren anvertrauen.
Feiern Sie schön und bis die Tage!06.11.2010 Hallo meine Damen und Herren,
heute abend bin ich im Radio. Aber nicht im WDR, sondern im SWR. Also, wenn Sie noch die Möglichkeit haben, im Verlauf des Tages umzuziehen oder z.B. sowieso heute nach Baden-Württemberg ziehen und nach dem Auspacken der Umzugskartons noch nix vorhaben...
dann können Sie ja mal reinhören.
Ginge aber auch am Computer und im Internet - ab 23:03 Uhr unter

"http://www.swr.de/swr2"

Bei mildem Wetter auch draußen anhörbar. Allerdings alles ohne Tanz. Das geht natürlich im Radio nicht. Is aber sonst auch ohne Tanz, insofern keine Problematik. Viel Spaß!
Und tun Sie nicht soviele Bücher in die Kartons, wenn das neue Arbeitszimmer im Dachgeschoß liegt. Bis die Tage!03.10.2010 Hallo meine Damen und Herren,
hier mal ein kurzer Lese-Einkaufs-Tipp:
Ab nächster Woche gibt´s überall im Handel mein im WortArt-Verlag erschienenes Buch "Schrecken des Alltags" zu kaufen.
Also, d.h.: überall im Handel stimmt natürlich nicht. Sie werden Schwierigkeiten haben, das Buch bei einem Metzger, in der Bäckerei oder beim Hundefriseurbedarf zu erhalten. Aber im Buchhandel und bei Amazon haben Sie sicherlich Glück.
Es ist eine Kurzgeschichten-, Liedtexte-, Gedichte- und Comicsammlung und Sie ist als Geschenk durchaus geeignet, glaube ich.
Jedenfalls besser als das meiste, was Sie im Hundefriseur-
bedarf erhalten würden.
Außerdem gibt´s auch ein neues Programm. Das hatte am 1.Oktober hier im Oberhausener Ebertbad Premiere und trägt den Titel:
"Ein Huhn mit Schnee füllen"
Sollten Sie Lust dazu haben, sich das mal anzugucken, dann gäb´s die nächste Gelegenheit dazu am 13.Oktober in Köln,
und zwar im Atelier-Theater an der Roonstraße:
"www.ateliertheater.de"
Gut frisierte Hunde erhalten die Eintrittskarten kostenfrei.

Schönen Tag der deutschen Einheit,
Matthias Reuter 03.09.2010 Hallo meine Damen und Herren,
in etwas weniger als einem Monat gibt´s die Premiere meines neuen Programms, das da den Titel trägt: "Ein Huhn mit Schnee füllen". Bis zu diesem Tag übe ich die Inhalte des Programms. Viele Leute haben mir den Tipp gegeben, dass das eine gute Vorgehensweise wäre. Das sehe ich genauso.
Ist ja zum Beispiel auch in der Politik eine praktikable Methode:
Bis zur Wahl übt man die Inhalte des Wahlprogramms - und dann vergisst man die ganz schnell wieder, um den Kopf auch mal für was anderes frei zu haben. Und das müssen nicht immer Sinninhalte sein. Das haben ja auch die Buch-
veröffentlichungen der letzten Zeit gezeigt.
Dazu übrigens mal ein Tipp.
Wenn Sie auch keine Lust haben, sich am Thilo-Buch-
Verkaufszahlen-Boom zu beteiligen, dann kaufen sie sich einfach ein anderes Buch. Ehrlich - das geht.
Und es gibt doch wirklich genug blöde Schinken von ehemaligen SPD-Mitgliedern. Hier sei dem interessierten Leser vor allem das ebenfalls dieses Jahr erschienene Meisterwerk "Was jetzt zu tun ist, Deutschland 2.0" von Wolfgang Clement ans Herz gelegt.
Das ist auch nicht so einseitig wie Sarrazins Poesiealbum.
Wo man bei Thilo bloß diskussionswürdige Thesen zum Thema Integration findet, beinhaltet Clements Buch auch noch fragwürdige Meinungen zur Energiepolitik.
Und es hat einen vielversprechenden Co-Autor:
Friedrich Merz macht auch mit.
Eine Fusion.
Möglicherweise sogar eine Kernfusion.
Daher kommt das ja auch, glaube ich:
Man stellt fest, dass man im Kern seit Jahren die gleichen Interviews gibt und dann tut man sich einfach zusammen.
Ist ja auch vernünftig. Warum zwei Mal den gleichen Text veröffentlichen?
Und da ist dann sogar mal energiepolitisch vernünftig gedacht worden, finde ich.
Das Merz-Clement-Team spart Papier.
Dass dieses Papier jetzt ausgerechnet dem tippenden Thilo in die Hände fallen musste - naja - man kann den beiden viel vorwerfen, aber dafür können sie auch nix. 01.07.2010 Hallo meine Damen und Herren!
Hier mal zwischendurch ein Tipp:
unsere Düsseldorfer Lesebühne "Trio mit vier Leuten" hat jetzt auch eine Internetseite:
"www.triomitvierleuten.de"

Da gibt´s Geschichten zum Nachhören, Termine, Gäste und nen Newsletter, falls man gerne mal ´n bißchen Lesebühnen-Post bekommt.
Beim nächsten Mal findet das Ganze übrigens im Biergarten statt. Am 8.7. um 19.30 Uhr im Zakk und mit Gästen: die wunderbaren Schemen-Themen machen sich aus Velbert auf den Weg nach Düsseldorf und lesen bestimmt auch was aus ihrem neuen Buch: "Ich bin dann mal tot", erschienen im
"www.muschelverlag.de"

Bis die Tage! 08.06.2010 Der Redakteur und das Amt des Präsidenten

Im Radioprogramm des Senders MDR 1 (Radio Thüringen) gibt es eine Rubrik, die den Namen „der Redakteur“ trägt und die es interessierten Zuhörern ermöglicht, Fragen zu stellen, die dann vom „Redakteur“ beantwortet werden. Wer „der Redakteur“ ist, ist eine Frage, die nicht beantwortet wird. Doch das ist ja auch egal. Begnügen wir uns einfach mit der Tatsache, dass es irgendwo in den thüringischen Wäldern ein Haus gibt, das die Aufschrift „Redaktion MDR 1“ trägt und das von einem bärtigen weisen Mann bewohnt wird, der über mehr Wissen verfügt als Wikipedia und zudem bereit ist, dieses Wissen auch abzugeben. Außerdem kann man „dem Redakteur“ auch richtige Fragen stellen, nicht bloß nach ollen Begriffen suchen.

„Wie funktioniert das Pfandflaschensystem?“
„Warum gibt es keine grünen Säugetiere?“
„Wo ist das Tafelsilber des DDR-Interhotels?“
„Was passiert, wenn der Walk of fame mal voll ist?“
„Wie gelehrig sind Vögel?“

Alle diese Fragen beantwortet „der Redakteur“ den interessierten Zuhörern ohne mit der Wimper zu zucken am Wald-PC mit der linken Hand, während er mit der rechten noch das Feuerholz für die Winterzeit in Streifen schneidet.
Nur manchmal, da bekommt auch er eine Frage ins Haus, bei der er mal die Axt zur Seite legen muss, um sich sinnierend den Bart zu zauseln. So geschehen am 4.6.2010:

„Lässt sich das Amt des Bundespräsidenten einsparen?“

Da schluckt der Redakteur. Und der unbedarfte Zuhörer denkt:
Ist das nicht eigentlich eine großartige Idee? Wozu Köhler ersetzen? Es hat ja eh kaum einer mitbekommen, dass es ihn gibt. Warum sollte man jetzt dafür sorgen, dass keiner mehr mitbekommt, dass es Wulff gibt? Oder Gauck? Wenn es doch billiger geht. Wozu ein unsoziales Sparpaket schnüren, wenn die Sparlösungen so nahe liegen: weg mit dem Amt des Bundespräsidenten! Drei Mal im Jahr winken gehen – das macht Ursula von der Leyen noch locker nebenbei, während sie frenetisch gelaunt ihre siebzig Kinder versorgt, ihrem Mann die Hemden bügelt, das Elterngeld für Hartz 4-Empfänger kürzt und über die Nachfolge von Angela Merkel nachdenkt. Und zwar unentgeltlich. Nur so. Zum Spass. Um mal ´n bißchen Abwechslung zu haben.
Und solang sie nix sagt und nur winkt: wer will sich da beschweren?
Keiner.
Aber es lohnt sich nicht. Das sagt „der Redakteur“:

„Besonders viel Geld sparen ließe sich mit einer Abschaffung des Amtes des Bundespräsidenten auch nicht. Sein Haushalt liegt in diesem Jahr zum Beispiel bei rund 2,6 Millionen Euro. (…) Einsparen ließen sich davon maximal das Gehalt, die Kosten für Hausangestellte und ein Teil der Veranstaltungskosten. Die Kosten für die Verwaltung würden weiter anfallen, denn sie sind an die Aufgaben und nicht an das Amt geknüpft. Die Ehrenpensionen können nicht gestrichen werden und würden erst mittelfristig wegfallen. Offizielle Empfänge von Botschaftern wären auch ohne Bundespräsident nötig.“ (MDR-Internetseite, 4.6.2010)

Das wären dann bloß so ca. 380.000 Euro Einsparungen.
Darum sagt „der Redakteur“ zu recht: kann man auch behalten, den Präsidenten.

Und da denke ich mir – wenn das so günstig ist, dann könnte man doch auch mal folgende Überlegung anstellen:
Die bisher nicht abgeschafften Steuergeschenke an Hoteliers und Erben liegen bei etwa 5,6 Milliarden Euro. Dieses Geld ist ja momentan offenbar noch vorhanden.
Dafür würde man 2631,6 Bundespräsidenten bekommen. Wozu also lange diskutieren, ob wir Wulff oder Gauck wollen? Nehmen wir einfach beide.
Als Tandem-Lösung. Und Gesine Schwan auch, weil sie es schon so oft versucht hat. Und vielleicht könnte man unter dem Gesichtspunkt auch Horst Köhler noch mal ansprechen, ob er zurückkommt. Vielleicht macht ihm das Amt mit mehr Leuten auch wieder mehr Spaß.
Ich frage die Tage mal beim „Redakteur“ nach, ob das geht…

"http://www.wdr.de/radio/wdr2/zugabe/583801.phtml"
31.03.2010 Ich habe einen neuen Lieblingssatz.
Manchmal hat man ja so einen Satz, der einem im Gedächtnis bleibt - entweder, weil man ihn dauernd an der gleichen Stelle liest wie z.B. "Veuillez introduire votre carte" (das steht immer auf dem Display der Sparkassen-Geldautomaten) oder weil man ihn so schön findet wie z.B. bestimmte Romananfänge (ein Beispiel: "Lieber Gott, ich heiße Oskar, ich bin 10 Jahre alt, und ich habe die Katze, den Hund und das Haus angezündet (ich glaube, ich habe sogar die Goldfische gegrillt)..." aus Eric-Emmanuel Schmitt: Oskar und die Dame in Rosa)
Aber mein neuer Lieblingssatz entstammt ausnahmsweise nicht dem literarischen, sondern dem politischen Sprachgebrauch. Es ist - Tataaaa!:
"Nach dem bisherigen Stand der Erinnerungen sei das Thema auf Arbeitsebene gelaufen und nicht in den Lenkungskreis des Ministers gekommen."
Das entstammt dem NRW-Landesministerium. Es geht dabei um die Beantwortung der Frage, ob Jürgen Rüttgers in seiner Zeit als Forschungsminister im Kabinett Kohl mitbekommen hat, dass im Atommüllendlager Asse Wasser eingebrochen ist.
Sollte er das gewusst und als zuständiger Minister vertuscht haben, wäre das schlecht für Rüttgers Wiederwahlversuch als nordrheinwestfälischer Landesvater am 9.5.2010. Aber Rüttgers Abwahl soll hier gar nicht das Thema sein.
Das kriegt der schon ganz alleine hin.
Bloß so´nen Satz, den muss man erstmal sagen. Vielleicht hier nochmal in direkter Rede: "Nach dem bisherigen Stand der Erinnerungen ist das Thema auf Arbeitsebene gelaufen und nicht in den Lenkungskreis des Ministers gekommen."
Dieser Satz muss aus der Sicht jedes Verantwortungslosen als ein Geschenk an die deutsche Sprache empfunden werden, wird hier doch das Meisterwerk vollbracht, sich in nur ganz wenigen Zeilen gleich zwei Mal rauszureden: "nach dem bisherigen Stand der Erinnerungen" heißt: ich sag nix, ich weiß nix, aber wenn einer den Gegenbeweis findet, dann kann sich der Stand der Erinnerungen noch ändern und ich hab wenigstens nicht gelogen. Das ist aber eigentlich, kann man sagen - Standard.
Schon häufig wurden am Stand der Erinnerung amnesieverursachende Getränke ausgeschenkt - auch Helmut Kohl könnte da ein Lied von singen (wenn er sich an den Text erinnern könnte)
Der wirkliche Knaller ist aber der Rest meines neuen Lieblingssatzes: "...sei das Thema auf Arbeitsebene gelaufen und nicht in den Lenkungskreis des Ministers gekommen."
Das heißt, es gibt in Ministerien also zwei voneinander strikt getrennte Bereiche: den Arbeitsbereich und den Lenkungskreis des Ministers. Den Lenkungskreis stelle ich mir jetzt so vor: man nimmt den Schulzirkel und den Minister als Mittelpunkt und dann dreht man den einmal so da drumherum. Und alles, was in diesen Kreis reinkommt, kann der Minister lenken. Aber nur, wenn es in diesen Kreis kommt. Alles andere kriegt der gar nicht mit. Das ist ja im Arbeitsbereich.
Sprachlich auch interessant: im Forschungsministerium gab es also 1997 einen Bereich, in dem gearbeitet und einen, in dem gelenkt wurde. Und die hatten nix miteinander zu tun. Übertragen sie das mal auf ihr Auto. Nuja...
Jedenfalls bieten sich da Schulkindern ganz neue Argumentationsmöglichkeiten. Mein Tipp: wenn Ihr Euch mal wieder in ´ner Pause auf dem Schulhof auf die Nase haut und dann die Pausenaufsicht kommt und Euch zum Klassenlehrer bringt, dann sagt Ihr: "Tut uns Leid - nach unserem bisherigen Stand der Erinnerungen ist das Thema auf Arbeitsebene abgelaufen und nicht in den Lenkungskreis gekommen."
Beruft Euch auf Jürgen Rüttgers, so lange er noch Ministerpräsident ist.
Und vertragt Euch auf dem Heimweg. 20.03.2010 Hallo! Hier mal zwei Tipps in eigener Sache: zum einen ist jetzt meine CD zum Soloprogramm "Auf schwarz sieht man alles!" offiziell beim Wortart-Verlag in Köln erschienen. Die CD ist gut geworden. Kaufen Sie die. Gerne bei mir unter info@matthiasreuter.de
Oder bei Wortart: "www.wortart.de"
Zum anderen bin ich morgen auf 3Sat einer der Gäste der Sendung "Volker Pispers und Gäste".
Wer also den Tatort aufzeichnen kann und den ZDF-Film
"Katie Fforde: Festtagsstimmung" schon gesehen hat (oder für verpassbar hält - wer is eigentlich Katie Fforde?), der könnte ja mal einschalten. Ist ne Live-Sendung.
Aber jetzt genug Werbung gemacht.
Ich wünsche nen schönen Frühlingsanfang!07.03.2010 Während dieser Tage viel am nordrhein-westfälischen Landesoberhaupt herumkritisiert wird, weil er sich seine Hostessentätigkeit in bar entlohnen lassen wollte, stellt sich mir vor allem folgende Frage: was in aller Welt kann man von Jürgen Rüttgers bei 6000 Euro Stundenlohn überhaupt für eine Gegenleistung erwarten?
Das muss ja schon was sein. Bei sonem hohen Betrag. Sonst würde das doch keiner machen. Ich nehme mal mich selbst als Beispiel. Ich gebe Musikunterricht. Da gibt´s so um die 20 Euro in der Stunde, je nach Gruppengröße etwas mehr oder weniger. Dafür zeige ich dann aber auch, wie man Klavier oder Keyboard spielt. (Oder zumindest, wie man das theoretisch erlernen könnte, wenn man zwei Mal die Woche in die Nähe des Instrumentes geriete...) Oder – anderes Beispiel: so´n Klempner. Der kriegt ca. 40 Euro in der Stunde und dann repariert der den Siphon. Oder so´n rumänischer Konzernmitarbeiter. Der kriegt zwischen 1,50 und 4,60 Euro die Stunde und baut kleine Telefone.
Aber so´n Ministerpräsident? Der hat ja nicht mal ne Stunde am Stück Zeit. Weil er das ja im Dienst machen muss. Der kann ja eigentlich gar nicht. Oder er wird möglicherweise zwischendurch immer wieder unterbrochen und muss mit nem kleinen Telefon telefonieren gehen, weil wieder irgendwer gerade ´n neues Heimvideo von der Konkurrenz aufgenommen hat…
Dafür finde ich den Preis schon recht überteuert.
Wenn sich dieser Wiener Baulöwe "Mörtel" Lugner die Schauspielerin Pamela Anderson zum Opernball holt, dann ist das zwar teuer. Aber die nimmt sich zumindest auch die Zeit. Die haut nicht zwischendurch ab und guckt sich ein Video von Hannelore Kraft an. Warum auch?
Da gilt ja bei Wahlkampfreden für alle Parteien ohnein das gleiche: vor der Bühne könnte man grundsätzlich dieses alte Schild von der Polizei aufstellen: „Gehen Sie weiter. Hier gibt es nix zu sehen!“ Bei Westerwelle vielleicht noch mit dem Zusatz „Und halten Sie sich auch die Ohren zu! Toxische Akustik." Also – was kann an soner Darbietung im kleineren Kreis dann auf einmal 6000 Euro kosten?

Welche chemische Verbindung besteht aus 3 Sauerstoffatomen?
a) Kohlenmonoxid
b) Salpeter
c) Ozon
d) Superbenzin

Das müssen Sie bei Günther Jauch für 4000 Euro wissen. Dann kriegen Sie die. Aber dann haben Sie auch was geleistet. Und das ist nämlich die zweite Frage: was leistet Rüttgers für die 6000 Euro? Die Freude an der bloßen Unterhaltung mit ihm kann es nicht sein. Nee, das geht nicht. Das ist gesichert. Für das Geld kann man sich mehr als fünfzig Luxusbehandlungen bei mitteilungsbedürftigen Friseuren leisten, die den Ministerpräsidenten inhaltlich schon beim Shampoonieren in die Tasche stecken. Was ist es also dann? Und da bleiben dann halt nur die beiden großen „Ei“s übrig: Eitelkeit oder Einflussnahme. Wobei ich Eitelkeit dabei ehrlich gesagt weniger problematisch finde. Wer tatsächlich von seiner Persönlichkeit her so ungewöhnlich konstruiert ist, dass er in der Lage ist, seiner Eitelkeit dadurch einen Gefallen zu tun, dass er sich mit Jürgen Rüttgers öffentlich zum Kaffeetrinken trifft, der ist eigentlich mit einer Geldstrafe von 6000 Euro noch recht gut bedient, finde ich. Schwierig finde ich nur das zweite Ei.
Obwohl – ganz ehrlich – wenn ich das früher gewusst hätte mit dem Hostessenservice. Dann hätte ich das Angebot vielleicht sogar mal wahrgenommen. Dann hätte ich mal gesammelt. Das Projekt hätte man nennen können:
„Jürgen kommt ins Haus – zeigen sie ihm das Ruhrgebiet."
Dann hätte der in den Sponsorengesprächen wenigstens mal was zu erzählen gehabt...10.01.2010 Celli auf die Bühnen - jetzt ist Kulturhauptstadtjahr! Warum Cello? Na, weil Cello kulturell klingt. Also generell Streichinstrumente. Eigentlich kann man sogar sagen, finde ich: immer wenn gestrichen wird, geht´s ums Kulturleben. Meistens werden ja nicht nur die Instrumente gestrichen, sondern die ganzen Musiker. Beziehungsweise ihre Stellen. Z.B. am Theater. Oder es werden ganze Theater gestrichen. Aber nicht in bunt, sondern von der Bildfläche. Z.B. in Wuppertal. Manche finden das gut. Beispielsweise der Regierungspräsident der Düsseldorfer Bezirksregierung Jürgen Büssow. In einem Interview lobt er - wörtlich - "den Mut der Wuppertaler, ihr Schauspielhaus zu schließen". Und das ist ja auch mal ne mutige Entscheidung. Man weiß ja, wie aggressiv gerade Theaterfreunde immer auf sowas reagieren.
Wie oft liest man in letzter Zeit von marodierenden Dauerkarteninhabern, die in der Wuppertaler Innenstadt Autos umschmeissen? Die Wuppertaler Vororte brennen.
Schwelm - ein Flammenmeer.
Ich mach nur Quatsch.
Aber der Regierungspräsident nicht.
Er sieht sogar noch mehr Möglichkeiten für mutige Entscheidungen und schafft den Sprung vom Schauspiel zum Fußball (im 16-Meter-Raum gibt´s da ja meist eher den umgekehrten Weg) und macht den Vorschlag des Jahrhunderts: die Fußballvereine Rot-Weiß-Oberhausen und Rot-Weiß-Essen könnten sich doch ein Stadion an der Grenze beider Städte teilen.
(Mein Namensvorschlag: Stadion der Eintracht)
Aber warum nicht noch mutiger?
Man könnte doch die Vereine komplett zusammenlegen.
Diese Idee sollte der Regierungspräsident mal den Fans präsentieren. Ich habe so den Verdacht, die Begeisterungsstürme, die der Vorschlag auslösen würde... Nunja - die wären irgendwo repräsentativ.
Insofern halte ich auch eher was vom Kulturhauptstadtkonzept der sogenannten "Local Heroes": jede Ruhrgebietsstadt wird in diesem Jahr einmal Local Hero sein - sozusagen eine Woche Hauptstadt von der Hauptstadt von der Kultur in Europa. (Den Anfang macht Dinslaken - darum wird ja jetzt auch seit kurzem diese Wendler-Fernsehreihe auf SAT1 ausgestrahlt)
Das Konzept finde ich gut. Jede Stadt für sich eine Woche lokal heldenhaft und ingsgesamt alle zusammen Kulturhauptstadt. Wenn man sich freiwillig zusammentut, machts halt mehr Spaß...
Aber wer erklärt das jetzt wieder dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf? 20.12.2009 Als ich mir die Tage das Nikolaus-Anzug-Set
(5 teilig) aus der Galeria-Kaufhof-home-Serie gekauft habe, um meinem Keyboard einen Bart ankleben zu können, habe ich auf der Packung neben dem Preisschild (9,95) folgenden Warnhinweis entdeckt:
"Nicht für Kinder geeignet!"
Sieh an. Ich finde, dass sowas die Sache für den angehenden Weihnachtsmann schonmal schwerer macht. Außerdem steht direkt darunter ein zweiter Warnhinweis: "Achtung! Von Feuer fernhalten."
Jetzt mal ganz ehrlich...
Da kann man dann doch wirklich allmählich den Weihnachtsmann-Job komplett an den Nagel hängen. Da fällt doch alles flach: an Kinder Carrera-Bahnen verteilen (nicht geeignet), durch den offenen Kamin klettern (von Feuer fernhalten, nicht geeignet), im Kerzenschein Kindern die Leviten lesen (geht doppelt nicht). Gibt´s eigentlich noch Carrera-Bahnen? Obwohl, wenn der Weihnachtsmann die jetzt eh nicht mehr an Weihnachten verschenken kann...
Vielleicht habe ich aber auch einfach nur die falsche Verkleidung erwischt. Könnte ja sein, dass die günstigeren Varianten (9,95) nur für Neonbeleuchtung und Seniorenheime geeignet sind. Und wenn man 30 Euro mehr anlegt, bekommt man ein Nikolaus-Anzug-Set (12 teilig) aus der Galeria-Kaufhof-home-PRO-Serie (39,95), indem auch eine komplette Feuerschutzausstattung und eine Kinder-Eignung integriert sind. Mir kanns wie gesagt egal sein, da ich ja eh nur den Bart ans Keyboard klebe...
aber für angehende hauptberufliche Nikoläuse und familienväterliche Teilzeitweihnachtsmänner isses ja schon von Bedeutung. Und darum hier mal ´n Tipp zum 4.Advent:
"Sei ein Profi-Weihnachtsmann! Guck die Warnhinweise an!
In der Weihnachtsbäckerei is auch Feuer mit dabei!"
Frohes Fest und alles Gute!17.11.2009 Horst Köhler und der Uhu

Schon öfter Mal habe ich mir gedacht: "Wo ist eigentlich Horst Köhler?" Manchmal ist der weg. Zu Zeiten der Bundestagswahl war er beispielsweise kaum zu sehen. Und da denke ich mir gelegentlich: "Wo ist eigentlich der Horst Köhler?" Und dann such ich den. Dafür ist ja das Internet ideal. Wenn man nicht weiß, wo Horst Köhler ist, dann guckt man halt mal kurz nach und ist beruhigt.
Weil man weiß: der Bundespräsident ist noch da.
Sonst sieht man ihn ja so selten.
Horst Köhler ist so´n bißchen wie der Uhu aus dem Oberhausener Tierpark Kaisergarten. Wenn man vor dessen Behausung steht, dann sieht man auch immer nur ein Schild. Auf dem steht: "Uhu".
Der Uhu selbst lässt sich nicht blicken.
Aber man weiß: er ist da! Er ist irgendwo in seiner Baumbehausung und macht Sudoku, der Uhu.
Er vertraut auf seine persönliche Wirkung auch unabhängig von unmittelbarer persönlicher Präsenz.
Und es klappt: immer wieder stehen Leute vor dem leeren Käfig und gucken sich den Baum an.
Und stellen sich den Uhu vor. Und in ihrer Fantasie löst er keine Sudokus: da fliegt der Uhu mit seinen mächtigen Schwingen im Gleitflug durch den Forst und fängt eine Maus nach der anderen, während sein lautes "U-Hu!", "U-Huuu!" alle anderen Tiere daran erinnert, wer der eigentliche Boss im Wald ist.
Dazu muss der Uhu nicht mal rauskommen. Das nehmen sie ihm auch so ab. Er bleibt drin und löst in aller Uhu-Ruhe Sudoku. Und hier ist auch der zentrale Unterschied zu finden zwischen auf der einen Seite Horst Köhler und dem Uhu aus dem Kaisergarten und auf der anderen Seite Guido Westerwelle und Jürgen Rüttgers: die kommen jeden Tag schon vor dem ersten Hahn aus der Hütte und krähen bis abends durch. Darum habe ich mich glaub ich auch noch nie gefragt: "Wo sind eigentlich Guido Westerwelle und Jürgen Rüttgers?" Weil die Frage ja täglich auf´s Neue ungestellt beantwortet wird...
"www.bundespraesident.de"
"Uhu"
03.10.2009 Tag der deutschen Einheit. Mit der Brötchentüte komme ich aus der Tankstelle, als eine Frau von ca. 50 Jahren mich anbrüllt: "Heute ist Feiertag!!!" "Stimmt", sage ich wahrheitsgemäß. Die Frau schreit weiter: "Da hat alles zu. Das wissen die nicht!" "Naja" beruhige ich sie, ohne so richtig zu wissen, worum´s geht "wenn Sie jetzt hier jeden anschreien, dann wissen das zumindest hier auf der Straße bald alle." Das beruhigt sie nicht. Vielmehr zeigt sie wutentbrannt auf einen Mann, der vor einer geschlossenen Supermarkttür steht, weil er offenbar vergessen hat, dass PLUS auch den Tag der deutschen Einheit feiert: "Da!" kreischt sie. "Ausländischer Mitbürger! Weiß nicht, dass heute Feiertag ist! Aber unser Geld will er haben!"
So hatte ich das Wort "Mitbürger" noch nie gehört. Der Mitbürger wendet ein, dass er ja gar kein Geld haben, sondern eher ausgeben wolle. Und zwar bei PLUS. Und zwar für Margarine. Weil seine Frau ´nen Kuchen backen will.
Da ist die Frau aber schon wieder losgezogen, um weitere Mitbürger anzuschreien. Der Tag der deutschen Einheit wird in der Bevölkerung unterschiedlich gefeiert, denke ich mir und fahre nach Hause, um ´nen Kaffee zu trinken und ein Shell-Brötchen zu essen.13.09.2009 Hier hat jemand meinen Auftritt in Bad Staffelstein freundlicherweise bei Youtube reingestellt:
"Songs an einem Sommerabend 5.7.2009"
War gut da. Das Publikum war nett zu mir und die Getränke waren frei. Ich habe sogar noch ein Bierfass für den Heimweg mitbekommen. Das sollte sich einbürgern, finde ich...
Beim Fordhändler kriegt man "Modeschmuck und Wellness" (siehe unten) und beim Auftritt Gratis-Bierfässer.
Wer braucht da noch ´ne Payback-Karte?04.09.2009 Gestern hatte ich Post vom Ford-Händler im Briefkasten:
"Sehr geehrter Herr Reuter, wir laden Sie und Ihre Lieben ganz herzlich zu unseren Aktionstagen im September ein. Dieses Mal haben wir an unseren Aktionstagen unterschiedliche Themenschwerpunkte gesetzt."
Bis dahin alles so, wie ich das schon kannte. Ich dachte an Ölwechsel, Lackierungen und Felgen. Falsch gedacht!
Die Themenschwerpunkte der Ford-Aktionstage im September sind: "Modeschmuck und Wellness", "Autogrammstunde mit RWO" und (mein persönlicher Favorit): "Rund um den Hund"
Nix mit Autos!
Das Auslaufen der Abwrackprämie sorgt für ungeahnte Kreativität der Autohändler. Und das ist doch super. Momentan gehe ich jedenfalls lieber am Wochenende zum Ford-Händler als zu den ganzen Gartenpartys der Parteien. Und da fahre ich dann mit meinem Ford Fiesta immer "rund um den Hund". Ist für den Hund zwar langweilig, aber mal ehrlich, was hat denn Michael Schuhmacher jahrelang gemacht? 17.08.2009 Vor kurzem war ich in Köln im Atelier Theater. (Das ist schön. Gucken Sie sich´s mal an:www.ateliertheater.de)
Dort habe ich mir "Fönfieber" angeguckt. (www.foenfieber.de) Sportlich hatte ich den Plan gefasst, vom HBF aus dorthin zu laufen. Das stellte sich aber als etwas schwierig heraus, weil der ausgedruckte Plan und mein Orientierungssinn sich auf kein gemeinsames Ziel einigen konnten. Zum Glück traf ich eine sympathische Kölner Grundschullehrerin, die den Weg wusste. Diese war ausgesprochen hilfsbereit, aber offensichtlich auch eine Vertreterin der pädagogischen Richtung "Hilfe zur Selbsthilfe".
Mit kurzem Blick auf den Plan wusste sie sofort Bescheid, sagte mir aber nicht direkt den Weg, sondern:
"Ich warte auch ab, bis Du das selbst gefunden hast."
Das hat mir gefallen.
Die Einstellung ist auch was für Kabarettisten, finde ich. Wenn z.B. die Kanzlerin mal wieder den Eindruck vermittelt, dass sie bei ihren Entscheidungen mehr so, naja, sagen wir mal, auf der Suche ist...
Dann könnte man auch mal sagen: "Ich warte auch ab, bis Du das selbst gefunden hast." Da ist natürlich Geduld gefragt. Aber die sollte man eh üben. Jeder, der gelegentlich eine Talkshow sieht, weiß, dass man auch warten können muss. Nicht alles, was öffentliche Personen sagen, ist ja sofort und unmittelbar mit Sinninhalten verknüpft.
Aber manchmal entwickelt sich das beim Reden. Nicht immer, aber manchmal. Die Distanz zwischen "Such Verstand!" und Sachverstand muss in so Talkshows oft erstmal überwunden werden. Das dauert seine Zeit.
Und da muss man dann halt abwarten können.
Geduld ist mehr und mehr gefragt, das habe ich an diesem Tag gelernt. Und direkt angewendet. Auf dem Rückweg habe ich ein Taxi genommen, bei dem sich ziemlich schnell herausstellte, dass der Fahrer weder ortskundig noch Besitzer eines Navigationsgerätes war. Auf einen Glückstreffer hoffend fuhren wir lange gemeinsam durch die Stadt. Ich hätte dem Mann natürlich meinen Plan geben können, aber ich dachte mir "Ich warte auch ab, bis Du das selbst gefunden hast."
Oder anders gesagt: Wer einmal mit dem Blick auf´s Taxameter Geduld geübt hat, den bringt irgendwann auch kein TV-Duell mehr aus der Fassung.10.07.2009 Jetzt sind erstmal Ferien: Ich übe mal ´n paar Wochen Klavierspielen und "Nachgewürzt" gibt´s dann wieder am 25. und 26.9. am Wochenende der Bundestagswahl. Das ist mit der Kanzlerin so abgesprochen. Wir teilen uns da das Wochenend-Entertainment.
Wegen "Nachgewürzt" muss also keine Wahlparty ausfallen.
Oder Public Viewing.
Wird das eigentlich gemacht? Bundestagswahl-TV-Duelle auf Großleinwänden in Innenstädten?
Vielleicht ist das ´n Renner. Je nachdem, was man dazu für Musik laufen lässt... Man könnte auch direkt die Dekoration von der WM 2006 wiederverwenden.
Zu diesem Thema übrigens nochmal eine Idee. Nur damit keiner sagen kann, es wäre nicht vorgeschlagen worden:
man stelle sich vor, eine Partei gibt öffentlich bekannt, dass sie dieses Mal einfach keine Werbung macht. Keine Plakate, keine Werbespots, nix. Nur eine Internetseite, auf der täglich der eingesparte Gesamtbetrag veröffentlicht wird. Und der kommt dann dem nächsten Bundeshaushalt zugute.
Das wäre doch wirklich mal was Neues.
Wer die Möglichkeit dazu hat, gibt diesen Vorschlag bitte an Guido Westerwelle weiter, bevor er diesmal seinen VW-Bus gelb anstreicht.
Vielleicht ist da ja noch was zu machen...
Ansonsten noch:
Gute Nachricht für alle Country-Freunde! Unseren "Sterkrade"-Countrysong gibt´s jetzt auf Youtube. Unter Sterkrade-Country gibt´s alles, was sich der Oberhausener Truck Stopper wünschen kann. Schöne Ferien!28.05.2009 Hallo! Ich bekomme einen Nachwuchsförderpreis und kündige meinen Bausparvertrag. (in dieser Reihenfolge) Vor ein paar Tagen rief mich jemand aus Bayern an und wollte mir die gute Nachricht überbringen, dass ich in diesem Jahr zu den Preisträgern des Nachwuchsförderwettbewerbs für junge Liedermacher beim Festival "Songs an einem Sommerabend" gehöre. Jetzt muss ich allerdings dazu sagen, dass ich dachte, ich hätte mal wieder einen der unzähligen LBS-Berater am Telefon, die versuchen, mit "Reuter anrufen" ihre Arbeitszeit zu füllen. Insofern muss sich das Gespräch für den Anrufer zu Beginn eher ungewohnt angefühlt haben: "Reuter, Hallo?" "Guten Tag, spreche ich mit Matthias Reuter?" "Was wollen Sie denn jetzt schon wieder?!?" "Wir wollen Ihnen einen Nachwuchsförderpreis verleihen..." Zumindest mal eine neue Idee, dachte ich mir. Der Nachwuchsförderpreis der LBS. So hält man die Kunden am Telefon. Aber wofür kriege ich den? Für über 2500 abgewimmelte Berater? Oder hab ich mehrfach öffentlich was Positives über das Errichten von Immobilien gesagt? Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich gar nicht um die LBS, sondern um die HSS handelte - die Hanns Seidel Stiftung aus München. Ist eigentlich besser, dachte ich mir. Wer will schon in seinen Lebenslauf schreiben müssen, dass er der Preisträger des Nachwuchsförderwettbewerbs für junge Bausparer der LBS geworden ist? Außerdem ist das Ganze verbunden mit mehreren Auftritten: und zwar am 2.7. im Bildungszentrum Kloster Banz und am 3.7. und 4.7. auf der dortigen Freiluftbühne mit - so der LBS-Berater - jeweils über 4000 Zuschauern. Super, sagt der Bausparkunde!
Letzten Endes stellte sich übrigens heraus, dass mein Gesprächspartner sich auch etwas vertan hatte. Als ich ihm sagte, dass ich mit dem Zug anreise, fragte er:
"Aus Oberhausen? Wo ist denn das? Ist das in Deutschland?" Ja, wie in Deutschland????? Das ist im Ruhrgebiet, dachte ich - das kennt man doch. Ich war bisher eigentlich sogar der Meinung, dass man in Bayern auch Oberhausen-Sterkrade und Oberhausen-Osterfeld kennt. Aber das werde ich denen dort dann vielleicht im Juli erzählen können. Und meinen Bausparvertrag löse ich im September auf.
Die viele Telefonierei hält mich vom Bausparen ab.
Aber dieses eine Telefongespräch sehe ich jetzt als Präzedenzfall an: es gibt tatsächlich Leute, die anrufen und sagen, dass man was gewonnen hat - und dann hat man was gewonnen. Eine ganz neue Erfahrung...
Songs an einem Sommerabend 2009 12.05.2009 Hallo! Die Beiträge vom Prix Pantheon in Bonn kann man sich jetzt auch im Internet angucken. Unter Prix Pantheon 2009 kann man auch abstimmen, wenn man Lust hat... 05.05.2009 Hallo! Kurz gesagt: mein Programm ist kürzer geworden. Ich kann den Leuten nicht mehr vorsingen, dass ich "der letzte Deutsche bin, der noch nie im Fersehen war", weil am letzten Dienstag und Mittwoch die Wettbewerbsbeiträge beim Prix Pantheon in Bonn vom WDR aufgezeichnet wurden. Interessant! Da gibt´s sogar einen, der mit nem Bügelbrett für die T-Shirts zuständig ist und ´ne Frau, die jeden vor dem Auftritt schminkt. Auf ihre Frage, wie ich das denn normalerweise so mache, wusste ich keine richtige Antwort. Um ihr einen Gefallen zu tun, habe ich dann einfach mal ´n paar Farben ausgesucht, damit das im Fernsehen schön bunt aussieht. Das Ergebnis kann man sich jedenfalls am 24.5. im WDR-Hörfunk (WDR5) anhören. So kann man akustisch schonmal die Farben raten und am späten Abend dann um 23.30 Uhr im WDR-Fernsehen überprüfen, ob man richtig lag. Evtl. macht das Spaß. Müsste man halt mal ´rausfinden... Wer mit seinen Ergebnissen am dichtesten dran war, geht mit mir zu "Wetten Dass?" 30.03.2009 ...in nächster Zeit mache ich nochmal bei zwei Wettbewerben mit: beim Prix Pantheon in Bonn und beim Dortmunder Kabarett und Comedy Pokcal (Das schreibt man tatsächlich so. Die Namen von Kabarettwettbewerben haben oft auch einen gewissen eigenen Humorgehalt.) Mal sehen, wie´s wird...
In jedem Fall ist mit viel Publikum zu rechnen. Das ist so ähnlich wie bei dieser Sportart "Curling" - machen Sie da mal ´nen Soloauftritt in ´ner Eissporthalle: da kommt kein Mensch. Aber bei nem Wettbewerb ist die Halle voll.14.03.2009 Hallo! Ab heute laufen auf Antenne Oberhausen und Antenne Mülheim regelmäßig Stadtteil-Rätsel, die unser Nachgewürzt-Gitarrist Jan-Thilo Henn und ich zusammen aufgenommen haben. Immer Samstags ab 9 Uhr gibt es kurze Lieder zu hören, die jeweils von einem Oberhausener oder Mülheimer Stadtteil handeln. Zu gewinnen gibt´s jeweils ein Oberhausen-Fan-Paket. (bzw. in Mülheim ein Mülheim-Fan-Paket) Zusätzlich kann man sich auf http://www.antenne-ruhr.de die Rätsel nochmal anhören, falls einem z.B. der Gesang gut gefallen hat (was eher unwahrscheinlich ist) oder falls man beispielsweise aus Osterfeld kommt (das war heute die Lösung) und sich denkt: na, da hat ja endlich mal einer in seinem Lied ein vernünftiges Thema aufgegriffen...02.03.2009 Kurzer Reisebericht: Lief gut. Es waren kaum Fahrradfahrer im Zug und ich hab gewonnen. Da war die Rückfahrt noch beschwingter als die Hinfahrt, zumal auch der Kollege und ebenfalls Preisträger Jens Claassen (www.jensclaassen.de) plus Freundin (www.jensclaassensfreundin.de) dabei waren (www.hinundrückfahrt-mit-jensclaassen-plus-jensclaassensfreundin.de) und mir beim Klaviertransport geholfen haben. SMS aus Abteil 20 an Abteil 15: "Wir sind gerade in Dortmund. Wo bist Du?" Alles in allem also ein gelungenes Wochenende...27.02.2009 ...heute fahre ich nach Bielefeld und mache dort beim Kabarettwettbewerb mit. Mal sehen, wie´s läuft. Und damit ist weniger der Wettbewerb gemeint als die Hinfahrt. Ich starte den Versuch, mein E-Piano im Zug mitzunehmen und habe eine Karte fürs Fahrradabteil gekauft. Satz des Bahnmitarbeiters: "Wenn Sie Glück haben, dann sind nicht sooo viele Fahrradfahrer da." Also - wer mir die Daumen drücken möchte, dass ich im Zug nach Bielefeld auf nicht allzu viele Radfahrer treffe, dem danke ich hiermit sehr herzlich... 15.01.2009 Hallo! Unter Hören/Sehen gibt es einen neuen Videoausschnitt aus dem Takelgarn Theater in Düsseldorf... 17.12.2008 Hallo! Unter Hören/Sehen kann man sich jetzt die Radiosendung vom 10.9.2008 aus der Deutschlandfunk-Reihe "Querköpfe" anhören. Hier auch nochmal Danke an den Autor Stefan Fries dafür, dass diese Sendung mitgeschnitten, geschrieben und gesendet wurde... 07.12.2008 Und endlich mal wieder ein neuer Eintrag im Kalender. Was gibt´s Neues? Oberhausen ist pleite und ich sammle in Duisburg Geld mit dem Hut. Beide Ereignisse haben zwar nix miteinander zu tun, passen aber recht gut zusammen, womit ich dezent auf die neue Reihe "Kabarett für´n Hut" in der Bezirksbibliothek Duisburg-Buchholz hinweisen möchte, bei der ich seit dem 30.10. alle zwei Monate Stücke spiele, lese, moderiere und satirische Gäste einlade. Eintrittsgelder gibt´s dabei nicht, sondern - ganz im Zeichen der Finanzkrise - am Ende des Abends eine Hutsammlung! Der nächste Termin ist der 5.2.2009, alle weiteren Termine findet man - das ist jetzt leicht zu merken - unter der Rubrik "Termine" oben im Menü... 26.08.2008 Hallo! Mal was Neues: am 10.9. bin ich im Radio. Und zwar ab 21.05 Uhr im Deutschlandfunk.(http://www.dradio.de/) Im Fernsehen ist an dem Abend sowieso nix. Auf RTL läuft "Die Super Nanny" und dann der Schuldenberater, im Ersten so´n Film und im Zweiten Fußball: Finnland-Deutschland. Das könnte man sich ja angucken und dann einfach den Ton wegdrehen. (wäre ohnehin Béla Réthy) Dann sieht man Fussball, hört aber Radio. Ist vielleicht ganz gut. Hat ja noch nie einer ausprobiert. Möglicherweise ist Kerner ohne Ton sogar gar nicht so schlecht. Man guckt sich den an wie er den Mund bewegt...und stellt sich dazu einfach intelligente Sätze vor. Und ich mach aus dem Radio dazu Musik. Könnte man jedenfalls mal ausprobieren. Viel Spaß!08.08.2008

Hallo meine Damen und Herren! Die neue Internetseite ist fertig. Nachdem der Fotograf ca. 600 Fotos gemacht hatte, stellte er fest, dass man "5 oder 6 davon bestimmt gebrauchen könne" Und hier sind sie! (Es sind insgesamt 7, ich weiß, aber wir haben einfach auch eins verwendet, dass man nicht gebrauchen kann.) Die anderen 593 Bilder zeige ich Freunden und Verwandten bei Dia-Abenden mit ständig schwindenden Besucherzahlen. Wer wissen will, wann die stattfinden, ist herzlich eingeladen, sich im neuen Newsletter einzutragen. (guckensemal: oben rechts der Knopf) Da gibt´s dann ´ne E-Mail mit aktuellen Terminen und - falls es welche gibt - Neuigkeiten aller Art.
Ansonsten hier erstmal einen schönen Dank an Sebastian Mölleken (Fotos) und Andreas Kerndl (Internetseite) und ´nen schönen Gruß an alle anderen, Matthias Reuter

12.03.2008

Hier mal was Erfreuliches: ich hab den 1. Platz gemacht. Und zwar beim Kabarettpreis "die Krefelder Krähe". Das freut mich sehr, speziell im Hinblick auf meine bisherigen Gewinne (eine kleine Auswahl):

  • mehrere Teilnehmerurkunden bei den Bundesjugendspielen der Jahre 1988-1992
  • 3.Platz im Judo-Wettkampf Oberhausen als einer von 3 Teilnehmern in meiner Gewichtsklasse
  • 1 Flummi (Sterkrader Kirmes, Tombola der Qualität)
  • ein Freilos, dadurch noch ein Freilos, erneut ein Freilos, dann Niete (Rubbellos-Ziehung der Lottoannahmestelle "Frintrop" in Oberhausen-Schmachtendorf)
  • 2 Tüten Maggi Fix für Paprika-Sahne-Hühnchen beim Eintritt in den Mitgliederbereich des Maggi-Kochclubs (hierbei könnte es sich allerdings auch um ein normales Eintrittsgeschenk gehandelt haben. Das ist nicht abschließend geklärt.)

Mehr dazu unter:
http://www.die-kraehen.de/preistr_ger.html